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Es gab am 26. Dezember 2004 nicht nur eine Katastrophe, ein Desaster, einen "Weltuntergang". Es
gab derer zehntausende, hunderttausende.
Jeder Tod eines geliebten
Menschen, jede Zerstörung einer Familie, einer Existenz, eines Zuhauses ist
eine Katastrophe für sich.
Wir dürfen uns nicht an den
großen Zahlen der Spenden berauschen um zu glauben, es sei genügend getan.
Und uns nicht von der übergroßen Zahl der Betroffenen, der Toten schocken lassen, um
mittels der Metapher "unfassbar" eine Mauer zwischen uns den Opfern
aufbauen.
Mehr als 1 Millionen Menschen wurden alleine auf
Sri Lanka obdachlos. Wo und wie man hilft, ist fast schon mehr ein
psychologisches als nur ein monetäres und organisatorisches Problem
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Hilfe zur Selbsthilfe ist
kein theoretisches Motto. Weil die betroffenen Personen, denen geholfen
wird, mitarbeiten, in die Pflicht genommen und angeleitet werden, so
selbstständig wie möglich zu sein, weil sie so selbst Initiative ergreifen,
können wir auch mit wenig Geld stets viel bewirken. Und die Hilfe kann stets
so bemessen werden, wie sie im Einzelfall optimal ist. Vor allem aber ist
auf diese Art und Weise Hilfe nie eine Einmischung von außen oder gar ein
Almosen. |
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Kein Zuhause zu haben empfinden Menschen wie keine Zukunft zu haben
Neben medizinischen, hygienischen und Aufgaben der Nahrungs- bzw.
Wasserbeschaffung ist es am wichtigsten, Menschen zu helfen, eine Unterkunft
zu finden. Sei es, um zu wohnen oder zu arbeiten. Seien es Schulen oder
berufliche Ausbildungsstätten. Hilfe auf Dauer entwürdigt. Und um
Menschen diese Demut zu ersparen, ist es am besten, man hilft ihnen dabei,
neue Wohn- und Arbeitsstätten zu schaffen und Orte, an denen Ausbildung und
soziales Leben ihren Platz haben. So, wie dies auch bei und für uns ganz
normal, ganz selbstverständlich ist. Wir sollten aufbauen, was zerstört
wurde und wieder zurückgeben, was verloren ging. Dies wird weder vollständig
noch perfekt gelingen. Aber es wäre eine Schande, nicht versucht zu haben,
es wenigstens so intensiv zu tun, wie es möglich war und wie wir es selbst
erhoffen, erwarten würden.
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Das oft gefragte Missverständnis:
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«Müssen es denn gleich Häuser sein? Genügt nicht eine Wohnung?»

Ein
Beispiel aus Wadduwah
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Wohnungen, also Häuser
für viele Mieter und mit abgeschlossenen Wohneinheiten, sind in Sri Lanka
zumindest "auf dem Land" weitgehende unbekannt. Die natürliche und über
Jahrtausende gewachsene Wohnform ist die der einfachen Unterkunft aus
natürlichen Materialien: Holz und Palmwedel. Wenn wir von "Häusern" sprechen, dann
meinen wir solche, die der Landesart entsprechen: einfache Gebäude mit meist
vier kleinen Zimmern, rein funktionelle Bauten. Die reinen Materialkosten, die
wir teils oder komplett übernehmen, liegen bei ca. 2.500 bis 5.000 Euro pro
Gebäude. Ein solches hat im Regelfall kein fließend Wasser, keinen
Strom. Der kann später hinzuinstalliert werden, wenn es denn überhaupt
regional bis zum Bauplatz eine Versorgung gibt. Wasser wird aus
Gemeinschaftsbrunnen geschöpft. Das ist der Grund, warum wir nie einzelne
Häuser bauen, sondern gleich ganze Gruppen - mit eben einem gemeinsamen
Brunnen, aber auch mit einer gemeinsamen Toilettenanlage und
Abwasserentsorgung! Wo möglich gibt es ein bescheidenes Gemeinschaftshaus
(die Hütten reichen nicht zum Bewirten von Besuch, geschweige denn
"Dorfversammlungen" und Sozialleben) und ggf. auch einem kleinen Tempel. Die
Religiosität ist ein tragendes und stabilisierendes Element im Alltagsleben.
Für die ceylonesische Mentalität ist das Leben in einer größeren
Gemeinschaft wichtig und erstrebenswert. |
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In solchen Häusern wohnen
die, die sich aus eigener Kraft nicht oder kaum noch helfen können.
Mangelnde schulische Bildung und nicht vorhandene berufliche Erfahrung,
Armut, Alter, Krankheit, soziale Vereinsamung, Unglücksfälle, Behinderungen
.... es gibt viele Gründe, warum Menschen die Möglichkeit verwehrt oder
verloren gegangen ist, das Blatt zu wenden. Viele von ihnen wohn(t)en
illegal in solchen Bretterbuden direkt am Strand. Was mit ihnen bei der
Welle geschah, sah man in den Fernsehbildern. Wir von der Ceylon-Direkthilfe
versuchen seit Jahren, wenigsten einigen von ihnen die Möglichkeit zu geben,
sich selbst unter fachkundiger Anleitung ein festes Haus zu bauen:
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Die Fröhlichkeit ist
groß, der Wille nicht nachlassend, der sichtbare Fortschritt motiviert:
Dutzende Häuser entstehen, in denen Familien in ein neues Leben starten
konnten. Bis die Flut kam ... und ein kleines Wunder geschah. Denn obwohl in
unmittelbarer Nähe alles zerstört wurde, haben etliche der Häuser die Flut
überstanden, weil sie nicht mit der vollen Wucht der Wellen getroffen
wurden. Dennoch sind an anderer Stelle vier Bewohner der so gebauten Häuser
getötet worden.
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Dieses
Projekt ist typisch für praktiziertes "networking": Christa Ostmeier aus
Minden hat in der Nähe von Wadduwa, Sri Lanka, Yoga-Seminare durchgeführt.
Die deutsche Mindener Domgemeinde hat für einen von ihr gefassten Plan Geld
gesammelt; dieses Budget wurde aufgefüllt mit Ceylon-Direkthilfe und
öffentlichen Fördergeldern. Betreut und realisiert wurde es vor Ort von der
ceylonesischen Schwesterorganisation der CDH, der CDO (Ceylon Direct Help
Organisation, Sri Lanka) und nicht zuletzt nahm es ein gutes Ende durch den
unermüdlichen Einsatz von Father Blais von der Wadduwa Church. Die Freude,
die die Menschen in ihren neuen Häusern hatte, konnte man ihnen an den Augen
ablesen: |
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Wir werden wieder, partnerschaftlich, solche
Hausbauprojekte unterstützen. In welcher Form die Erkenntnisse der
Tsunami-Katastrophe in Schutzmassnahmen oder die Standortwahl einfließen,
können wir zur Stunde noch nicht sagen; dies muss in den nächsten Wochen und
Monaten geklärt werden. Außerdem ist billiger Bauplatz nicht beliebig zu
bekommen. Wir werden genau informieren, wenn sich eine sachliche Aussage
treffen lässt. |
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Spendenkonto
Konto 0 56 56 55
Deutsche Bank Solingen
BLZ 342 700 24
international:
BIC: DEUTDEDB342
IBAN: DE84 3427 0024 0056 5655 00 |
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Wir werden oft gefragt:
Warum hilft die ceylonesische Regierung nicht intensiver? Eine gute Frage,
um sarkastisch zu antworten. Denn diese "Kleinigkeiten" hat nun die
Regierung zu bewältigen:
Reparatur von 12 der 14
Hochseehäfen (zur Lebensmittel- und Güterversorgung)
Neuinstallation praktisch der gesamten Westküsten-Eisenbahn, dem wichtigsten
Verkehrsmittel überhaupt, samt rollendem Material
Neuinstallation und/oder Reparatur wesentlicher Teile der Strom-, Wasser-
und Telekommunikations-Infrastruktur
Straßenreparaturen in großem Ausmaß
Sicherung von Brücken, teilweise Reparatur
Allgemeine medizinische Versorgung bzw. ggf. kurzfristige Seuchenbekämpfung
in wahrscheinlich hunderttausenden Fällen
Bitte verstehen Sie, dass private, vor allem aber auch ausländische Hilfe
keineswegs nur eine nette Dreingabe, eine Art "Upgrade auf ein besseres
Leben" ist. Ohne diese Hilfe werden alle Opfer und Betroffenen mehr zu
leiden haben, als wir, die wir helfen können oder könnten, es jemals
wahrhaben wollten (weil wir es gedanklich kaum aushielten). Und selbst wenn
man nicht allen und in allen Dingen helfen kann, rechtfertigt dies nicht, es
erstens nicht zu versuchen und zweitens, darum geht es vor allem, nicht
retten, was zu retten ist. Wir wiederholen deshalb gerne, oft und intensiv
das Motto der Ceylon-Direkthilfe:
1 %
Hilfe ist mehr als 100 % Mitleid
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Wir wissen, wir schaffen
nicht alles, was eigentlich getan werden müsste. Und deshalb wird das, was
wir alle gemeinsam schaffen, um so wertvoller sein. |
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