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Ingo Sommer's Bericht über seine privat motivierten unmittelbaren Hilfsmaßnahmen in Sri Lanka, die einen Teil der "Remscheid hilft!"-Aktivitäten sind.

► Die wiedergegebenen Texte umfassen nur einen Teil seiner Aktivitäten; bei weitem nicht alle.

► Die Texte wurden zum Teil stark verkürzt; sie sind chronologisch, einzelne "Handlungsstränge" werden also in Etappen fortgesetzt.

► Vor allem für Menschen, die Sri Lanka kennen, geben sie ein illustratives Bild der Lage; man kann sich sehr leicht in die Situationen versetzen

► Sein Fazit: "Natürlich ist es traurig zu sehen, wie viel man noch helfen müsste und die Mittel nie für alles reichen. Und dennoch bleibt das gute Gefühl und die Gewissheit, konkret und sinnvoll geholfen zu haben und wenigstens einen Teil dazu beigetragen zu haben, dass die Not ein Ende finden kann."

► Sein Dank gilt an alle Spender, die spontan und großzügig sich an der Hilfe beteiligt haben.

 

 

 

 

Die vorgesehene Flugroute führt über die Drehscheibe Kuwait nach Colombo. In Kuwait, wo aus allen Himmelsrichtungen kommende Passagiere dazu beitragen, dass die Kapazität des Airbus A 330 für die letzten 4800 Kilometer voll ausgenutzt wird. Ab hier wird es sehr eng im Flugzeug, da jeder zusteigende Fluggast mehr Handgepäck mitführt als ein Tourist in seinen Koffern. Jeder bringt jetzt soviel Hilfsgüter mit nach Hause wie er nur kann. Wie ich sehe, wählen auch viele Inder den Weg über Sri Lanka, um nach Hause zu kommen. Landung knapp fünf Stunden nach Abflug von Kuwait. Die Gepäckausgabe dauert die für die örtlichen Verhältnisse angemessene Zeit und verläuft problemlos. Im Flughafen selbst war nicht zu bemerken, dass es im Land eine riesige Katastrophe gegeben hat. Erst am Ausgang war festzustellen, dass doch mehr Gepäck und Autos als üblich vorhanden waren.

 

       
Teil 2 des Berichts    
           

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Unterstützung trotz komplizierter Situation

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Wir machten uns sofort auf die Suche nach dem Zollamt. Schon das war gar nicht so einfach. Nach unserer Ankunft wurden wir dort sehr freundlich behandelt. Nachdem Ananda mitgeteilt hatte, dass dies eine private Initiative aus Deutschland sei, erfuhren wir hier noch eine Steigerung. Allerdings erklärte man mir höflich und bestimmt, dass aufgrund von Ausnutzung des Erlasses der Regierung zollfreier Import von Waren für die Opfer der Flutwelle durch skrupellose Geschäftemacher von dieser am vergangenen Montag eine Begrenzung der Einfuhrgüter für Ausländer auf 50 KG in Kraft gesetzt wurde. Ich müsste also die Liste der Hilfsgüter in Colombo bei der deutschen Botschaft anmelden, die diese dann mit der Regierung von Sri Lanka prüfen würde. Sofort nach deren Freigabe bekäme dann sein Büro die entsprechende Information und wir ebenfalls. Dann könnten wir hier die Papiere wieder bekommen und alles abholen. Dies alles würde höchstens zwei bis drei Wochen dauern. Auf meine Frage nach der Ausnahme von der Regel erhielten Ananda und ich dann die Information, dass die Anforderung eines offiziellen Organs des Divisional Secretariats in Habaraduwa dieses Verfahren vereinfachen würde. Alles wurde uns sehr freundlich, aber bestimmt mitgeteilt. Vom Gefühl her waren wir der Meinung, dass dort jemand vor uns saß, der bereit war, die weitmöglichste positive Auslegung seiner Anweisungen für den von mir beabsichtigten guten Zweck zu akzeptieren. Zum Glück hatte ich noch das Schreiben von Ananda dabei, in dem der Divisional Secretary von Habaraduwa den Hilfeaufruf von Ananda unterschrieben hatte, der nach Deutschland gefaxt wurde. Man muss auch Glück haben, der Brief wurde akzeptiert. Dann ging es ab durch die Instanzen. Sechs Stück insgesamt. Anschließend mussten alle Paletten geöffnet werden und der gesamte Inhalt wurde vom Militär kontrolliert. Alle Beteiligten erledigten sehr korrekt ihre Aufgabe. Entschuldigend wurde anschließend erklärt, dass sich in einer der Hilfslieferungen aus Deutschland Granaten für die Tamilen Rebellenbewegung LTTI befunden hatten. Alle Mitarbeiter und das Militär haben uns im Anschluss geholfen, die Hilfsgüter in die organisierten Autos zu verladen. Nachdem dann noch die Kennzeichen der Fahrzeuge in den Papieren vermerkt wurden, konnten wir das Zollgelände verlassen. Wir bezahlen nur die regulären Gebühren am Zollschalter. Abfahrt nach Koggala 14:30 Uhr. Für Sri Lanka absoluter Rekord!

 

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Von Colombo fahren wir über Panadura, Wadduwa, Kalutara. Dort halten alle buddhistischen Fahrer an und spenden dem dort vor einer Dagoba stehenden Buddha und bitten um Glück für die gefährliche Fahrt längs der Küste. Weiter geht es über Beruwela und Balapitya. Mit jedem Kilometer steigt die Zahl der Toten. Als wir zwischen Ambalangoda und Hikkaduwa durch die Heimatstadt der Eltern meines Schwagers, Telwatte, fahren, sehen wir das erste Mal vollständige Zerstörung. Hier ist auch der Zug erfasst worden, in dem fast 1500 Menschen getötet wurden. Große und massive Steinhäuser sind einfach zerschmettert, wer in Holzhütten lebte, hatte gar keine Chance. Jetzt leben die Menschen hier unter freiem Himmel oder, wenn sie Glück gehabt haben, in einem gespendeten Zelt.

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Schlimme Nachrichten

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Nach Hikkaduwa erreichen wir Galle, hier sind 4207 Menschen getötet worden, der Busbahnhof, das Stadion, die Fischhallen und Markthallen sowie alle ebenerdigen Räume der Geschäfte und Läden wurden vollständig zerstört. Hier gibt es mehrere Flüchtlingslager, die angegebenen Zahlen schwanken zwischen offiziell 9582 und über 20.000 aus anderen Quellen. Endlich erreichen wir Koggala, auch hier sind massive Häuser einfach weg. Nur die Bodenplatte ist noch intakt, wenn das Haus weit genug vom Strand weg war. Ich erkenne den Ort kaum wieder. Alle Leichtbauten längs des Strands sind weg. Der Strand wirkt hierdurch unnatürlich aufgeräumt, fast steril. Nur wenige Meter weiter weg bietet sich jedoch das hier schon fast gewohnte Bild der Ruinen und der Zelte auf Bodenplatten, auf denen noch vor kurzem Häuser standen.

 

   

 

Ich erfahre, dass doch mehr aus der Familie getötet wurden, als mir bisher bekannt war. Zehn Familienmitglieder und viele Freunde sind gestorben, eine Tante starb aus Kummer über den Tod ihrer Tochter, ihres Mannes und ihres Schwiegersohnes.

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Alles fehlt. Zahlen sind niederschmetternd.

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Wir stehen früh auf und können sofort mit der Verteilung der Hilfsgüter beginnen, da sich unsere Ankunft schon herum gesprochen hat. Die ersten Handwerker sind schon da und fragen nach Werkzeug, die Mütter nach Kleidung. Ananda unterstützt mich immer mit dem Hinweis, wer zusätzlich Geld für Lebensmittel oder Kochtöpfe benötigt. Da viele gekommen sind, ist dies relativ schwierig, aber wir bekommen es so hin, dass keiner sich benachteiligt fühlt. Wir erfahren, wie es um den Habaraduwa-District steht: Von den 13950 Bewohnern sind 247 getötet worden. Es gibt 90 Schwerverletzte sowie 34 Leichtverletzte. Auch die Letzteren würden in Deutschland wohl eher zur ersten Kategorie gezählt werden

 

           
         

Das Wasser überflutet den Strand.

       

Es steigt binnen Sekunden immer höher ...

 

 
         

... und drängt mit Kraft immer weiter ins Land

 

           

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Hier Materielles. Dort Substanzielles.

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Durch Vermittlung des örtlichen Koordinators treffen wir auf die Direktorin der Schule, fragen, wie wir helfen können. Nach kurzem Nachdenken bittet die Schuldirektorin mich darum, das Schulgelände einzuzäunen, damit die Kinder nicht auf die Straße laufen können. Die Flutwelle hat die Mauer einfach weggespült. Hierdurch wäre die Aufsicht sehr schwierig geworden. Da viele kleine Schüler dort sind, können diese sich nicht frei bewegen, da die Schuldirektorin dies kaum verantworten kann. Auch Hunde und Katzen verunreinigen zurzeit das offene Gelände und die Gebäude. Weiterhin würden einige Schultafeln, Schreibwerkzeug, Spielzeug für die 301 Schulkinder benötigt. Aus Unkenntnis der örtlichen Preise bitte ich darum, mir ein Angebot zu erstellen und erhalte von Mr. Lal die Antwort: "Bitte kommen Sie morgen wieder, dann können wir Ihnen schon etwas vorlegen."

 

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Wir treffen auf Herrn Somadase, der seine Frau und seine Tochter verloren hat. Ich kenne ihn aufgrund unserer Besuche hier in den letzten Jahren und erkenne ihn trotzdem fast nicht wieder. Er ist völlig verändert. Der Schock sitzt bei ihm sehr tief, trotzdem erzählt er mir, dass er seinen kleinen Straßenladen wieder aufbauen will, damit sein Leben und das seiner Familie weiter gehen kann. Er schafft es sogar, dass er ein wenig lächelt und wechselt das Thema. Er spricht mir gegenüber sehr direkt an, dass ihm das Geld fehlt, um sein Geschäft wieder aufzubauen. Ich sage ich, dass ich im TV gehört habe, dass die Regierung für jedes Familienmitglied der Flutopfer 10.000 Rupies Soforthilfe bereitgestellt hat und eine Zusage für zinsfreie Kredite. Er und mein Schwager antworten mir beide, dass von der Regierung zwar viel versprochen wird, es aber fast immer bei der Umsetzung hapert. Seit der ersten Information vor mehr als einer Woche sieht es bisher bei der Bank eher nicht so aus, die wollen Zinsen haben für das Geld, das Herr Somadase dringend benötigt. Er kann aber auch nicht länger auf das Wunder der 10.000 Rupies warten, da er und seine Familie ja von irgendetwas leben müssen.

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Alle haben Hunger

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Um 06:00 Uhr beginnt die ganze Familie mit dem Kochen. Fast zehn Leute sind bis 14:30 Uhr im Einsatz, um ein Essen für 350 Personen herzustellen. 65 KG Reis, 10 KG Linsen, 10 KG Soja, 100 Tomaten, 20 KG Kartoffeln, 40 Malumeris (scharfe Schoten), 10 KG Trockenfisch sowie Zwiebeln und Gewürze werden geschält, gehackt und gekocht. Dann werden 350 Reispakete gepackt und eingewickelt.

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Plötzlich geht alles schneller

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Zwischendurch fahren wir zu Herrn Somadasa und liefern das Zelt, dann fahren wir zu Mr. Lal Samarasekara. Er kann uns an diesem Morgen schon die genauen Kosten für die Schule als Angebot vorlegen. Für 495 Meter Zaun incl. Beton, Sand und Arbeitslohn sowie Schulzeug und Spielzeug etc. entstehen Kosten von ca. 485.625,00 Rupies. Das macht etwa 3.800,00 €. Obwohl ich auch andere private Spenden bekommen habe, die für den Aufbau einer Schule gedacht sind, kann ich diesen Betrag nicht alleine zusagen und bitte um Bedenkzeit.

Weiterhin erhalte ich einen Hausgrundriss mit Kostenbenennung sowie das Angebot zur Unterstützung bei der Auswahl der in Frage kommenden Familie, von denen das Grundstück registriert sei. Ein Haus mit drei Zimmern für eine Familie von ca. 5 - 8 Personen kostet 645.000,00 Rupies, das sind ca. 4.360,00 €. Auch hier liege ich über dem für mich machbaren Limit und bitte um Bedenkzeit. Mr. Samarasekara hat aber auch noch Informationen über Familien, die gar nichts mehr haben und Töpfe oder Pfannen benötigen. Diese Informationen lassen wir uns kopieren und fahren weiter.

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Als wir am Mittag bei Herrn Somadasa vorbeikommen, ist das Zelt schon aufgebaut. Ich bin mehr als erstaunt, dann jedoch bemerke ich zwei Touristen in der Gruppe und erfahre, dass diese erfahrene Camper sind und beim Aufbau geholfen haben. Zum Dank gab es eine Trink-Kokosnuss gratis.

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Lichtblick

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Im Anschluss geht es zurück nach Hause, wo wir dann die Reispakete einladen. Wir fahren los und beliefern zuerst einen buddhistischen Tempel von Koggala, in dem sich zurzeit noch immer mehr als 200 Menschen aufhalten. Wir können hier viele Pakete verteilen. Alle, jedoch besonders die Kinder, freuen sich über die Nahrung.

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Koordiniertes Vorgehen

 

 

 

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Anschließend nehmen wir Kontakt mit Dr. da Silva auf, dem Arzt von Habaraduwa. Wir bitten ihn, zu uns zu kommen, um die sortierten Medikamente zu sichten. Kurze Zeit später trifft er ein und ist überrascht von der Menge und von der Qualität. Gerade die Antibiotika seien sehr wertvoll. Er nimmt etwas für sich heraus und bittet uns dann, den Rest nach Unawatuna zum Zentralverteilungslager zu bringen, von dem aus alle Krankenhäuser und Apotheken versorgt werden. Wir geben ihm das Telefon, und er meldet uns für in einer Stunde an. Also packen wir alles in das herbeigerufene Auto und fahren nach Unawatuna. Wir werden freundlich begrüßt und laden erst einmal aus. Der diensthabende Arzt freut sich über die mitgeführten Auflistungen mit Typ, Menge und Haltbarkeitsdatum. So kann alles direkt in entsprechende Regale eingeordnet werden. Ich sehe Unmengen Kartons und frage ihn, ob er überhaupt Medikamente benötigen würde. Er lacht und zeigt mir den Inhalt eines Kartons aus diesem Berg. Er habe ca. 500.000 Untersuchungshandschuhe und ähnliches. Die Antibiotika von mir seien innerhalb kürzester Zeit verteilt. Ich freue mich für alle Spender, dass sich das Sammeln gelohnt hat und gebe alles gegen Unterschrift ab.

 

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Ich fahre mit meinem Schwager und Herrn Beier (Ceylon-Direkthilfe), der kaum glauben kann, was wir in 3 Tagen vor Ort an Kontakten hergestellt haben und der aufgrund langjähriger Erfahrungen mit den Behörden in Sri Lanka immer noch skeptisch ist, zu Herrn Lal Samarasekara. Dort erhält er Einblick in die Unterlagen sowie Kopien der Hausgrundrisse inklusive Kosten und die Information, dass passende Grundstücke vom Amt gesucht werden würden, die gemäß den derzeitigen Vorgaben bebaut werden können. Herr Beier fragt, ob das Sekretariat uns eine Liste von Familien vorlegen kann, aus der dann durch Ceylon-Direkthilfe eine Auswahl getroffen werden kann. Dies wird bejaht, entsprechend sind wir sicher, dass hier alles korrekt läuft. Wir vereinbaren einen Termin am übernächsten Tag zur Übergabe der Liste. Herr Beier will weiter nach Wadduwa und bittet mich, ihn zu unterstützen. Er will aufgrund des Gesprächs und seinem persönlichen guten Eindruck den Bau von fünf Häusern freigeben. Er würde damit die Möglichkeiten für "Koggala" aus dem Spendentopf von Ceylon-Direkthilfe um 15.000,00 € erhöhen. Er bittet mich, diese Vorhaben in Verbindung mit der örtlichen Behörde für seine Organisation auszusuchen. Ich muss hier schon nachdenken, da ich damit noch mehr eingespannt werde, sage aber aufgrund der Zielrichtung der Organisation Ceylon-Direkthilfe, nämlich unkompliziert zu helfen, zu.

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Es kommt in Gang

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Am späten Nachmittag treffe ich mich mit Ananda und einem weiteren Helfer aus Deutschland, den ich kennen gelernt habe im Sekretariat. Er kommt aus der Nähe von Bremen und ich habe mich mit ihm vereinbart, den Schulzaun und das Schulmaterial je zur Hälfte zu zahlen. Da er früher abreist als ich, leistet er die Anzahlung in Höhe von 2.000,00 €. Diese hat er in Rupies umgetauscht, das macht ca. 250.000,00 Rupies in Scheinen, die jetzt an den Kassierer des Amtes übergeben werden müssen, damit alles seine Richtigkeit hat. Das Zählen dauert eine Stunde. Danach gibt es für Georg die Quittung, und ich sage ihm zu, dass der Rest erst von mir bezahlt wird, wenn der Zaun fertig ist.
Wir sind den ganzen Nachmittag unterwegs und sehen uns die Grundstücke und Menschen an. Wir sehen hier sehr arme Leute, die momentan alle in Zelten leben.

Einer Familie könnten wir eventuell helfen, alles passt zu den Regularien. Der Mann ist Kokosnusspflücker, eine sehr schlecht bezahlte und gefährliche Saisonarbeit, er ist unterwegs. Seine Ehefrau versorgt die vier Kinder. Wir stehen hier fast 200 Meter vom Strand entfernt, inmitten eines Palmenwaldes. Trotzdem wurde das Haus aufgrund seiner Leichtbauweise weggespült. Die Frau und die Kinder sind sehr freundlich und alles auf dem Grundstück, in und um das Zelt ist sauber gefegt. Die Schulkinder sind ordnungsgemäß in der Schule. Wir machen keinem Hoffnung, nehmen aber die Daten auf.

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Es motiviert.
Es kostet Kraft.

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Diese Gespräche und die vorgefundenen Situationen strengen mich sehr an. Auch Kirthi und der assistant sind nach drei Stunden sehr niedergeschlagen. Sehr Leid tut es uns für eine Familie, die wir besuchen. Die Familie hat den Vater vor 15 Jahren verloren. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er auf Familiengrundstücken zwei Häuser errichtet, in denen seine Frau und seine drei Kinder weiter gewohnt haben. Nach seinem Tod hat die Mutter die Kinder mit Gelegenheitsarbeiten, wie dem Verkauf von Erdnüssen in Tüte an Touristen und Einheimische, mehr schlecht als recht ernährt. Zwei der Kinder sind vollständig sprachgestört und entsprechend beruflich benachteiligt. Diese Menschen haben gar nichts mehr außer ihrem Leben. Aber die Häuser liegen in der 100-Meter-Zone und können nicht wieder aufgebaut werden. Ich gebe sowohl Mutter als auch Tochter Geld für Tontöpfe und Lebensmittel, damit sie wieder kochen können. Dann verabschieden wir uns. Ich bin hier für heute am Ende meiner Bemühungen um Abstand und Distanz angelangt.

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An allen Tagen kommen wieder viele Handwerker zu uns und haben sich Zangen, Schraubendreher, Kellen und Schnur geholt, die von Kolleginnen und Kollegen der Wuppertaler Stadtwerke, den Remscheider Firmen Gedore und Schwan-Werkzeugfirma sowie von vielen Privatpersonen aus der Drogenberatungsstelle Wuppertal, meinen Tauchfreunden aus dem RSV und von Freunden gespendet wurden. Wir verteilen hier durch die Kontakte von Ananda und seinem Bruder, dieser ist Fliesenleger, wirklich in die Breite und an die wirklich Armen.

Ende Teil 1

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Teil 2 des Berichts      
      Mit welcher Wucht der Tusunami zugeschlagen hat, macht diese im SPIEGEL veröffentlichte Grafik klar.    
           
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