aktiv-logo-klein.jpg (3314 Byte)
zweiter Rep. neu
Aufbau
Bilder
Aufbau
Remscheid
Foto-Ausst.
erster Report
Zukunft
Die Welle
Dankeschön !
Presseecho
Konkrete Hilfe
Hausbau
Dilemma
Erste Projekte
Cronenberg
Cronenberg 06
Solingen
Solinger Sport
Barmen
Info-ABC+News
Start-up-Projekt
Patenschaft
Portrait CDH
Karten 
Danke 
Home
. 10x10-gelb.jpg (287 Byte)

«
Völlig zerschlagen, müde, traurig und überwältigt von den Ereignissen der letzten Tage im Süden Sri Lankas sitzen wir heute wieder im Büro in Sunflower.
Wir scheinen uns in "einer Wolke" zu bewegen: Körper, Geist und Seele sind benommen.

Was wir erlebt haben, kann man nicht wirklich in Worten übermitteln. Dafür sind die Gefühle zu tief, das Erlebte zu schrecklich. Nur um ein Bild zu geben: Die Welle war teilweise 14 m hoch. Alles, aber auch alles, zwischen dem Meer und bis zwei, drei Kilometer ins Landesinnere ist niedergewalzt.

Die Einzelschicksale können wir gar nicht wiedergeben, ich wüsste nicht, wo damit anfangen. Durch die Höhe der Welle blieben die toten Menschenkörper in den Palmen hängen - wie auch die vielen Fischerboote, Autoteile etc etc. im Landesinneren verstreut umherliegen. Und alles was auf dem Boden stand, riss das ablaufende Wasser schließlich ins Meer hinaus.
»

 

 

 

 

Marita Messmer-Beier und Carl-Heinz Beier sind seit Mitte Januar in Sri Lanka, um die Aufbauarbeiten in Gang zu setzen. Ihr erster Bericht ist erschütternder, als wir alle befürchtet haben. 25. Januar 2005

Die eigentliche Katastrophe steht noch bevor. Sie zeichnet sich allmählich ab: An Rückkehr zur Normalität ist vorerst nicht zu denken. Das Leid übersteigt alle Dimensionen der Vorstellbarkeit. Hoffnung ist zur Zeit ein Fremdwort.

 

Die Fotos im Großformat mit weiteren Erläuterungen (Ladezeiten möglich)

   


 

  Mit welcher Wucht das Wasser zerstörte, lässt sich an dieser ehemaligen Toilette erkennen: sie wurde als Ganzes vom Fundament gerissen und wie ein Fass fortgespült. Dass dabei auch alle Sickergruben ausgespült und das Land großflächig verunreinigt wurde, lässt sich leicht denken.

 

10x10-gelb.jpg (287 Byte)

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Spendenkonto
Konto 0 56 56 55
Deutsche Bank Solingen
BLZ 342 700 24
international:
BIC: DEUTDEDB342
IBAN: DE84 3427 0024 0056 5655 00

.

 

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Total zerstört

«
Der Anblick der zerstörten Häuser rechts und links der Straße vermitteln uns ein tieferes Entsetzen, als es jedes Fernsehbild zuvor imstande war.

Wo früher Reihen von Häusern standen, blickt man nun von der Küstenstraße direkt aufs Meer hinaus. Fast alle Häuser sind bis aufs Fundament zerstört. US Marines hatten mit ihren schweren Räumgeräten die Straße von den Trümmern und dem aus dem Meer angeschwemmten Unrat befreit und zu riesigen  Schuttbergen aufgetürmt.

Unzählige Fischerboote "parkten" scheinbar am Straßenrand und liegen zum Teil weit ins Land hinein zwischen den Trümmern verstreut. Die meisten von ihnen waren von den Flutwellen über die Uferbefestigung hinaus ins Landesinnere geschleudert worden.

Je weiter wir in den Süden kamen, desto heftiger waren die sichtbaren Schäden. Der von der Flutwelle erfasste Zug, dessen Foto um die ganze Welt ging, wurde provisorisch auf die Gleise gestellt. 3 Waggons fehlen bis zum heutigen Tag. Der Bahnkörper und Gleisunterbau ist über weite Strecken zerstört, sodass mit einem Abtransport des Zuges nicht zu rechnen ist.
»

 

Eine Schule in Matara wird intensiv unterstützt, so dass es wenigstens punktuell konkret wieder weitergehen kann:

«
Matara ist unser Ziel für den ersten Tag. In vorbereitender Korrespondenz St. Mary's Convent hatten wir unseren Besuch angemeldet. Sr. Sandamalee Kurera ist die Schulleiterin.
Die Schule kennen wir seit vielen Jahren. Sie hat 2.100 Schülerinnen und 70 Internatsplätze. Das Lehrpersonal umfasst 86 Lehrerinnen. Die Aufräumungs- und Reparaturarbeiten an den schwer beschädigten Gebäuden sind bereits in vollem Gange.

Am 26. Dezember hatte der Tsunami mit seinen 10 - 14 m hohen Wellen den untersten Stock mit Wasser gefüllt und einen Bus, ein Lastwagen, ein Boot und andere Fahrzeuge in das Erdgeschoss der Schule geschleudert. Türen und Fenster wurden eingedrückt und der gesamte Inhalt der Erdgeschossräume durch den Sog der Wellen ins Meer gezogen, einschließlich der Kirchenbänke, der Altarausstattung und des Kirchenschmucks. Eine Nonne, die Altardienst machte, und 26 Kirchenbesucher kamen dabei ums Leben, viele wurden verletzt. Von den Schülerinnen, die wegen der Weihnachtsferien bei ihren Eltern waren wurden 10 getötet. Viele verloren ihr gesamtes Hab und Gut.

Die Schulleiterin übergab uns eine Liste vorläufig zusammengestellter Schäden. 10 Mio Rupien (ca. 100.000 EURO). Die "Taubertäler Hilfsgemeinschaft" unter der Leitung von Jürgen Schmitt hat bereits 5.000 Euro für den Convent überwiesen und weitere 40.000 Euro angekündigt. So konnten wir der Schulleiterin eine Beteiligung an den Wiederaufbaukosten in Höhe von 50.000 Euro zusagen. Sie war sichtlich erleichtert, dass die Schule so schnell wie möglich wieder in für die Schüler da sein kann.
»

Positiver Ausblick: neue Siedlungen werden gebaut

         
     

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Leben zwischen Trümmern

«
Auf der Rückfahrt zu unserem Quartier in Koggala machten wir Stopp bei Indrani und ihrer Familie, die von Familie L. aus W. seit Jahren unterstützt wird. Große Freude des Wiedersehens beiderseits, aber auch Tränen und Emotionen der Trauer und des Entsetzens kommen hoch.

Von ihren beiden Häusern, gleich neben dem unterspülten Bahndamm, vermittelte nur noch die Bodenplatte einen Eindruck des Hauses. Dach und Wände, Hausrat und Einrichtung lagen verstreut in der Landschaft, zusammen mit allen anderen Nachbarhäusern. Die Familienmitglieder hatten schon damit begonnen, die noch brauchbaren Einzelteile, (Steine, Ziegel, Balken) zu sortieren und rund um die Bodenplatte aufzustapeln. Indranis Tochter und ihre Familie hatten schon damit begonnen, aus Stangen und Blechplatten eine provisorische Überdachung zu errichten.
»

 

  10x10-gelb.jpg (287 Byte)

 

Bewegende Momente inmitten des Elends: stolz zeigt Indrani ihr Hochzeitsfoto, das unbeschadet die Flut überstanden hat. Erinnerung an eine glückliche Zeit, Motivation für eine zuversichtliche Zukunft?

     

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Im Tempel gerettet

«
Schon gestern riefen wir Siripala Anura (unterstützt von einer deutschen Familie) an, um uns für den heutigen Tag zu verabreden. Sein Vater ist von der Fischerhütte mit der Welle erst ins Landesinnere geschleudert und getötet worden, und danach aufs Meer hinausgetragen worden. Der Sohn Anura hielt sich an einem Baumstamm fest und blieb am Leben. Boot und Ausrüstung gingen verloren. Damit er ein neues Fischerboot kaufen kann erhielt er von Spendern in Deutschland 600 Euro.

Heute morgen besuchen wir alle Familien die von einigen Wermelskirchener Spendern unterstützt werden. Mallika, Padmini, Kusumawathie, Sumanawathie, Nandisena, Nishantha mit Familien. Das Wiedersehen unter diesen tragischen Umständen war erfüllt von tiefen Emotionen: Tränen, Schmerz, Mitgefühl, Trauer! Außer Padmini haben alle nicht nur ihr Haus, Hab und Gut sondern auch Familienmitglieder verloren. Sie leben jetzt in Zelten,( ohne Toilette, Strom und Wasser), die zwischen den Haustrümmern errichtet wurden, in Sammellagern oder im Haus von Freunden. In den Zelten ist es unerträglich heiß - ein Aufenthalt ist nur während der Nachtkühle möglich.

Manche waren am Morgen des 26.12. im Tempel auf einer Anhöhe. Als sie zurückkamen war alles weg - sie hatten nur noch die Kleider auf dem Leib. Andere kämpften in den Fluten um ihr Leben, umklammerten ihre Kinder.

Nachmittags suchten wir die Familie Karunaratna die von einer Familie aus Leichlingen unterstützt wird. Wir finden sie. Die direkt am Meer liegenden Cabanas wurden zerstört, das unterste Stockwerk des Haupthauses vollkommen ausgespült. Doch der Wiederaufbau geht zügig voran. Auch ihnen konnten wir 400 Euro übergeben. Ein willkommener Betrag zur rechten Zeit.
»

Unterschlupf im Tempel haben diese Obdachlosen gefunden. Die Hilfsorganisationen "aus aller Herren Länder" sorgten insgesamt dafür, dass Zelte, medizinische Notfallversorgung und eine bescheidene Lebensmittelversorgung organisiert werden konnten. Doch die Zelte sind keine wirkliche Lösung: in ihnen ist es so heiß, dass sich niemand drin aufhalten kann. Allenfalls vor Regen schützen sie. "Unterkunft" sind sie nicht.
 

 

Siedlungs- und Hausneubau nicht mehr an gleicher Stelle

« Den Familien, die auch bislang von deutschen Spendern unterstützt wurden, übergaben wir Bargeld zum Einkauf der nötigsten Utensilien und versprachen, den Wiederaufbau ihrer Häuser zu finanzieren. Doch hierbei stießen wir gleich auf die ersten Schwierigkeiten:

Jegliche Baumaßnahme innerhalb der 100-m-Zone (Entfernung zum Meer) ist verboten. In der 200-m-Zone ist eine ausdrückliche Genehmigung der Baubehörde zwingend. Alle durch uns Geförderten hatten in der 100 m Zone gesiedelt. Ersatzgrundstücke, weiter im Landesinneren, werden von der Regierung frühestes in 6 - 12 Monaten in Aussicht gestellt. Unsere Vorstellung vom sofortigen Baubeginn ist somit in weite Ferne gerückt.

Alle vom Tsunami betroffenen Familien haben von der Regierung Fragebogen erhalten, die Grundlage für die Landzuweisung sein sollen.

 


Es ist nun ein Leichtes, zumal aus sicherer Entfernung, nun über die Regierung Sri Lankas zu schimpfen. Doch sie setzt damit nur eine von der UNO beschlossene Empfehlung um und handelt damit im Sinne der Weltorganisation. Außerdem, wer will die Verantwortung übernehmen, dass sich ein solches Unglück, eine Tsunami, nicht wiederholen kann? Und wäre es dann sinnvoll, nun die vernichtende Wirkung kennend, die Menschen wieder in dieser Gefährdungszone siedeln zu lassen? Die Situation gleicht der nach einem Krieg. Auch hierzulande - und woanders - wurden nach solch schlimmen und irreparablen Zerstörungen die Dörfer und Städte, die Infrastruktur anders, sicherer aufgebaut. Wir müssen daher die Entscheidung der Regierung in Colombo nicht nur akzeptieren, sondern verstehen.
 

 

10x10-gelb.jpg (287 Byte)    

10x10-gelb.jpg (287 Byte)

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Wenigstens können wir koordiniert  vorgehen

«
Wir fahren weiter nach Galle und besuchen Sr. Bernadette, eine Lehrerin aus dem Matara Convent. Auf dieser Fahrt sehen wie das Ausmaß der Verwüstung innerhalb dieser Stadt - 100e von Metern von der Küste entfernt, alles zerstört!

Abends treffen wir Ingo Sommer, Christine seine Schwägerin, die mit einem Sri Lankaner verheiratet ist und Herrn Müller. Herr Müller ist aus Bremen und vertritt eine Privatinitiative, Herr Sommer ist Mitglied im Lenkungsausschuss der Stadt Remscheid für die Aktion "Remscheid hilft Sri Lanka", um mit uns den Einsatz der in Remscheid gesammelten Gelder in Koggala zu planen. Sie hatten schon Vorgespräche mit den ortsansässigen Regierungsvertretern geführt und waren von deren Kooperationsangebot sehr angetan. Wir verabredeten uns spontan auf den nächsten Morgen zu einem Besuch im Büro des Asst. Government Agent um Fragen der Landzuweisung zu erörtern.
 

 

 

 

Als Provisorium "besser als gar nichts", auf Dauer nicht möglich: campieren irgendwo zwischen zerstörten Häusern. Die Opfer müssen warten, bis ihnen ein neuer Wohnort zugewiesen wird. Mit der Konsequenz, ihr Leben völlig neu arrangieren zu müssen.

     
     

Wo immer man Halt macht, sofort ist man von Menschen umringt. Sie wissen oft nicht, an wen man sich wenden soll und hoffen von jedem fremden Auto, dass jemand aussteigt und ihnen Hilfe bringt. Die Gerüchteküche brodelt, die Angst sitzt tief. Da Mittel fehlen, und zwar in jeder Beziehung, ist seitens der Opfer kaum an planmäßiges Handeln zu denken. Man muss sich "durchschlagen", auf das Glück und die Gunst der Stunde hoffen.

 

 

 

 

10x10-gelb.jpg (287 Byte)

Heute ist "Poya", Vollmond, ein Buddhistischer Feiertag, doch im Büro des AGA herrscht emsiges Treiben. Mr. Lal Sameresekara empfängt uns auch ohne Anmeldung. Von ihm erfahren wir, dass der Lionsclub von Norwegen, District 104 G, zugesagt hat, 37 zweigeschossige Apartment Reihenhäuser in der 200 m Zone von Habaraduwa für die Umsiedler zu finanzieren. 4 der durch uns geförderten Familien fallen in diese Gruppe. Der AGA überreicht uns eine Kopie der schriftlichen Zusage aus Norwegen. Die begünstigten Familien wurden noch nicht informiert. Ob sie bereit sind, eine solche Bauweise für ihre zukünftige Heimstatt zu akzeptieren ist nach unserer Einschätzung eher fraglich. Wir müssen die Entwicklung abwarten. Aus zu erwartenden Mitteln der Stadt Remscheid sagen wir dem AGA zunächst die Finanzierung des Hausbaues für 5 besonders bedürftige Familien zu. Wobei die Zahl je nach Höhe der eingehenden Spendengelder sich ohne weiteres nach oben erhöhen lässt. Nach den vorliegenden Plänen umfassen die Häuser zwei Schlafräume, ein Wohnraum, Küche und Bad, einschl. Wasser- und Stromversorgung. Der veranschlagte Preis liegt bei ca. 5.300 Euro.
»

10x10-gelb.jpg (287 Byte)

 

10x10-gelb.jpg (287 Byte)

Praktisch die gesamte Südhälfte des Landes ist von der Zerstörung betroffen. Um Galle und Matara herum sind die Schäden extrem.

   

   

 
 

Die einst heile Welt, die Trauminsel, wurde aus allen Träumen gerissen. Die Touristen, so sie überlebten, konnten wieder nach Hause. Für Ceylonesen ist das Trümmerfeld ihr neues Zuhause.
 

«

Für die Überlebenden wird von entscheidender Bedeutung sein, wie schnell sich das Land wirtschaftlich erholen kann. Und das wiederum hängt vor allem auch vom Tourismus ab. Kommt der nicht zurück, zieht sich das Elend um so länger hin.

»

   
           
      So sieht das Dorf aus, auf das wir einst so stolz und in dem die Bewohner so glücklich waren. Trümmer, unrettbar, für immer zerstört. Wenigstens sind recht bald Zelte gekommen, so dass die Bewohner bei Regen Unterschlupf finden. Doch tagsüber ist es viel zu heiß, um sich in den Zelten aufzuhalten. Allenfalls in der Kühle der späten Nacht können sie wirklich benutzt werden. Wegen der fehlenden Hygiene-Einrichtungen (die Toilettenanlage ist vollkommen zerstört) besteht natürlich immer latent eine Bedrohung durch Infektionen.   
           
     

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Aller Lebensmut ist gestorben

«
Auf der Rückfahrt Richtung Colombo besuchen wir 5 Baustellen der ersten neuen Ceylon-Direkthilfe e.V. Häuser nahe bei Ambalangoda. Hier hatte der Tsunami selbst 1 bis 2 km landeinwärts fürchterlich gewütet und alles zerstört. 14 m hohe Wellen wälzten sich durch die Kokosnusspalmen und zerstörten alles, was sich als Hindernis ihnen in den Weg stellte. 5000 Menschen waren auf das Gelände des höher gelegenen Tempels geflüchtet, tausende verloren ihr Leben. Hilfsorganisationen betreiben hier eine provisorische Krankenstation, eine Essensausgabe und haben eine Vielzahl von Zelten aufgebaut.

 

  10x10-gelb.jpg (287 Byte)

 

 

Einer der buddhistischen Priester begleitete uns zu den Baustellen. Je nach Anzahl der Familienmitglieder übergeben wir Bargeldbeträge zwischen 20 und rund 80 Euro als Soforthilfe. Die Hoffnungslosigkeit der augenblicklichen Situation prägt die Gesichtszüge, selbst die Kinder haben das Lachen verlernt.

 

10x10-gelb.jpg (287 Byte)

Spenden sind nichts Abstraktes. Sie können einen Menschen vor Elend und sonst unentrinnbarer Not bewahren helfen. Sie wenden das Blatt.

    Weiter geht es nach Kalutera zu Asoka. Wir wissen von ihr, dass sie eine Losverkaufsbude am Busbahnhof betreibt. Dort erfahren wir, dass sie wegen einer akuten Hautkrankheit wahrscheinlich in ihrem zerstörten Haus anzutreffen ist. Dort campiert sie in den Trümmern, abgeschirmt durch einige Blechplatten. Das Haus ist völlig zerstört, der Inhalt entweder ins Meer gespült oder von Plünderern entwendet. Ihr Motorrollstuhl (Asoka hat keine Beine) lässt sich nicht mehr reparieren, so muss sie sich für ihren täglichen Weg zur Arbeit eine Tri-shaw mieten. Um diese zusätzlichen Kosten zu decken und die Finanzierung des 11jährigen Sohnes in einem Heim zu finanzieren hat sie bei einem Geldverleiher ein Darlehen von 200 Euro aufgenommen für das sie täglich 3 Euro  bezahlen muss – für eine mittellose Frau ein Vermögen. Wir übergeben ihr 230 Euro in bar, damit sie dieses Darlehen zu Wucherzinsen ablösen kann, sagen ihr den Kauf eines Motordreirads und die Übernahme der Miete für eine einfache Unterkunft für 1 Jahr zu. Auch ihr zerstörtes Haus steht in der 100-m-Zone, in der nicht wieder aufgebaut werden darf. Und so müssen wir auch in diesem Falle abwarten, welches Grundstück ihr zugewiesen wird.
»
 


Hilfe konkret: Angemessener Geldbetrag zur Ablösung eines Wucherdarlehns, Unterstützung bei der Wohnraum-Anmietung

   

"Ashoka in ihrem ehemaligen Wohnzimmer", ist dieses Bild sachlich korrekt, um so dramatischer betitelt. Hier ist es mit Reparatur nicht getan, das Haus muss abgerissen und neu gebaut werden. Für eine Frau, die sich bislang gerade mal mit dem nötigsten zum Lebensunterhalt versorgen konnte, ein unlösbares Problem. Lebenslang, wenn nicht die CDH mit einer Initialhilfe einspringen würde.

 
           
      10x10-gelb.jpg (287 Byte)
Bei aller Sorge um die Überlebenden, bei aller Zuwendung für die, die Schreckliches haben mitmachen müssen, doch - mit welchen Schäden auch immer - noch am leben sind, wir wollen den Toten, die leiden mussten, bevor sie Erlösung fanden, ein ehrendes Andenken bewahren.

 


Tod durch Ertrinken

Ein grausamer Tod. Der Todeskampf dauert rund 3 bis maximal 5 Minuten. Maximal 1 Minute kann man die Luft anhalten. Danach setzt eine reflexartige Atmung ein, die Lunge läuft voll, der Körper krampft. In den meisten Fällen setzt damit auch das Bewusstsein aus. Dennoch lebt der Körper noch einige Sekunden bis wenige Minuten. Welche Gefühle im Menschen dabei ablaufen, ist konkret nicht bekannt. Dass sie alles andere als ein "friedlicher  Tod" sind, lässt sich erahnen.

Wir wissen, dass das Schicksal der Ertrunkenen auch das eines jeden anderen Menschen hätte sein können, der zu dieser Stunde - "wie es der Zufall will" - an einem solchen Ort gewesen wäre. Schon alleine aus diesem Grunde gebietet es der Respekt vor den Toten, sie nicht zu einer rechnerischen Größe, zu einer Zahl zu reduzieren, sondern in ihnen die fröhlichen und friedlichen, die sonderbaren und wunderbaren Menschen zu sehen, die sie jeweils einst waren.

Wir können sie nicht ins Leben zurückholen. Aber wir können Sie vor dem Vergessenwerden bewahren.

 

           
; ; ; ;