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«
Völlig zerschlagen,
müde, traurig und überwältigt von den Ereignissen der letzten Tage im Süden
Sri Lankas sitzen wir heute wieder im Büro in Sunflower.
Wir scheinen uns in "einer Wolke" zu bewegen: Körper, Geist und Seele sind
benommen.
Was wir erlebt haben,
kann man nicht wirklich in Worten übermitteln. Dafür sind die Gefühle zu
tief, das Erlebte zu schrecklich. Nur um ein Bild zu geben: Die Welle war
teilweise 14 m hoch. Alles, aber auch alles, zwischen dem Meer und bis zwei,
drei Kilometer ins Landesinnere ist niedergewalzt.
Die Einzelschicksale
können wir gar nicht wiedergeben, ich wüsste nicht, wo damit anfangen. Durch
die Höhe der Welle blieben die toten Menschenkörper in den Palmen hängen -
wie auch die vielen Fischerboote, Autoteile etc etc. im Landesinneren
verstreut umherliegen. Und alles was auf dem Boden stand, riss das
ablaufende Wasser schließlich ins Meer hinaus.
»
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Marita Messmer-Beier
und Carl-Heinz Beier sind seit Mitte Januar in Sri Lanka, um die
Aufbauarbeiten in Gang zu setzen. Ihr erster Bericht ist erschütternder, als
wir alle befürchtet haben.
25. Januar 2005

Die eigentliche Katastrophe steht noch bevor. Sie
zeichnet sich allmählich ab: An Rückkehr zur Normalität ist vorerst nicht zu
denken. Das Leid übersteigt alle
Dimensionen der Vorstellbarkeit. Hoffnung ist zur Zeit
ein Fremdwort. |
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Die Fotos im Großformat mit weiteren
Erläuterungen (Ladezeiten möglich) |
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Mit
welcher Wucht das Wasser zerstörte, lässt sich an dieser ehemaligen Toilette
erkennen: sie wurde als Ganzes vom Fundament gerissen und wie ein Fass
fortgespült. Dass dabei auch alle Sickergruben ausgespült und das Land
großflächig verunreinigt wurde, lässt sich leicht denken. |
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Spendenkonto
Konto 0 56 56 55
Deutsche Bank Solingen
BLZ 342 700 24
international:
BIC: DEUTDEDB342
IBAN: DE84 3427 0024 0056 5655 00 |
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Total zerstört
«
Der Anblick der zerstörten
Häuser rechts und links der Straße vermitteln uns ein tieferes Entsetzen,
als es jedes Fernsehbild zuvor imstande war.
Wo früher Reihen von Häusern
standen, blickt man nun von der Küstenstraße direkt aufs Meer hinaus. Fast alle Häuser
sind bis aufs Fundament zerstört. US Marines
hatten mit ihren schweren Räumgeräten die Straße von den Trümmern und
dem aus dem Meer angeschwemmten Unrat befreit und zu riesigen Schuttbergen aufgetürmt.
Unzählige Fischerboote "parkten" scheinbar am Straßenrand und liegen
zum Teil weit ins Land hinein zwischen den Trümmern verstreut. Die meisten
von ihnen waren von den Flutwellen über die Uferbefestigung hinaus ins
Landesinnere geschleudert worden.
Je weiter wir in den Süden
kamen, desto heftiger waren die sichtbaren Schäden. Der von der Flutwelle
erfasste Zug, dessen Foto um die ganze Welt ging, wurde provisorisch auf
die Gleise gestellt. 3 Waggons fehlen bis zum heutigen Tag. Der Bahnkörper
und Gleisunterbau ist über weite Strecken zerstört, sodass mit einem
Abtransport des Zuges nicht zu rechnen ist.
»

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Eine Schule in
Matara wird intensiv unterstützt, so dass es wenigstens punktuell konkret
wieder weitergehen kann:
«
Matara ist unser Ziel für den ersten Tag. In vorbereitender Korrespondenz
St. Mary's Convent hatten wir unseren Besuch angemeldet. Sr. Sandamalee
Kurera ist die Schulleiterin.
Die Schule kennen wir seit vielen Jahren. Sie hat 2.100 Schülerinnen und 70
Internatsplätze. Das Lehrpersonal umfasst 86 Lehrerinnen. Die Aufräumungs-
und Reparaturarbeiten an den schwer beschädigten Gebäuden sind bereits in
vollem Gange.
Am 26. Dezember hatte der Tsunami mit seinen 10
- 14 m hohen Wellen den untersten Stock mit Wasser gefüllt und einen Bus, ein
Lastwagen, ein Boot und andere Fahrzeuge in das Erdgeschoss der Schule
geschleudert. Türen und Fenster wurden eingedrückt und der gesamte Inhalt
der Erdgeschossräume durch den Sog der Wellen ins Meer gezogen,
einschließlich der Kirchenbänke, der Altarausstattung und des
Kirchenschmucks. Eine Nonne, die Altardienst machte, und 26 Kirchenbesucher
kamen dabei ums Leben, viele wurden verletzt. Von den Schülerinnen, die
wegen der Weihnachtsferien bei ihren Eltern waren wurden 10 getötet. Viele
verloren ihr gesamtes Hab und Gut.
Die Schulleiterin übergab uns eine Liste
vorläufig zusammengestellter Schäden. 10 Mio Rupien (ca. 100.000
EURO). Die "Taubertäler Hilfsgemeinschaft" unter der Leitung von Jürgen
Schmitt hat bereits 5.000 Euro für den Convent überwiesen und weitere 40.000
Euro angekündigt. So konnten wir der Schulleiterin eine Beteiligung an
den Wiederaufbaukosten in Höhe von 50.000 Euro zusagen. Sie war sichtlich
erleichtert, dass die Schule so schnell wie möglich wieder in für die
Schüler da sein
kann.
» |
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Positiver Ausblick: neue Siedlungen werden
gebaut |
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Leben zwischen Trümmern
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Auf der Rückfahrt zu unserem Quartier in Koggala machten wir Stopp bei
Indrani und ihrer Familie, die von Familie L. aus W. seit Jahren
unterstützt wird. Große Freude des Wiedersehens beiderseits, aber auch
Tränen und Emotionen der Trauer und des Entsetzens kommen hoch.
Von ihren beiden Häusern, gleich neben dem unterspülten Bahndamm,
vermittelte nur noch die Bodenplatte einen Eindruck des Hauses. Dach und
Wände, Hausrat und Einrichtung lagen verstreut in der Landschaft, zusammen
mit allen anderen Nachbarhäusern. Die Familienmitglieder hatten schon damit
begonnen, die noch brauchbaren Einzelteile, (Steine, Ziegel, Balken) zu
sortieren und rund um die Bodenplatte aufzustapeln. Indranis Tochter und
ihre Familie hatten schon damit begonnen, aus Stangen und Blechplatten
eine provisorische Überdachung zu errichten.
»
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Bewegende
Momente inmitten des Elends: stolz zeigt Indrani ihr Hochzeitsfoto, das
unbeschadet die Flut überstanden hat. Erinnerung an eine glückliche Zeit,
Motivation für eine zuversichtliche Zukunft? |
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Im Tempel gerettet
«
Schon gestern riefen wir Siripala Anura (unterstützt von einer deutschen
Familie) an, um uns für den heutigen Tag zu verabreden. Sein Vater ist von
der Fischerhütte mit der Welle erst ins Landesinnere geschleudert und
getötet worden, und danach aufs Meer hinausgetragen worden. Der Sohn Anura
hielt sich an einem Baumstamm fest und blieb am Leben. Boot und Ausrüstung
gingen verloren. Damit er ein neues Fischerboot kaufen kann erhielt er von
Spendern in Deutschland 600 Euro.
Heute morgen besuchen wir
alle Familien die von einigen Wermelskirchener Spendern unterstützt werden.
Mallika, Padmini, Kusumawathie, Sumanawathie, Nandisena, Nishantha mit
Familien. Das Wiedersehen unter diesen tragischen Umständen war erfüllt von
tiefen Emotionen: Tränen, Schmerz, Mitgefühl, Trauer! Außer Padmini haben
alle nicht nur ihr Haus, Hab und Gut sondern auch Familienmitglieder
verloren. Sie leben jetzt in Zelten,( ohne Toilette, Strom und Wasser), die
zwischen den Haustrümmern errichtet wurden, in Sammellagern oder im Haus von
Freunden. In den Zelten ist es unerträglich heiß - ein Aufenthalt ist nur
während der Nachtkühle möglich.
Manche waren am Morgen
des 26.12. im Tempel auf einer Anhöhe. Als sie zurückkamen war alles weg -
sie hatten nur noch die Kleider auf dem Leib. Andere kämpften in den Fluten
um ihr Leben, umklammerten ihre Kinder.
Nachmittags suchten wir
die Familie Karunaratna die von einer Familie aus Leichlingen unterstützt
wird.
Wir finden sie. Die direkt am Meer liegenden Cabanas wurden zerstört, das
unterste Stockwerk des Haupthauses vollkommen ausgespült. Doch der
Wiederaufbau geht zügig voran. Auch ihnen konnten wir 400 Euro
übergeben. Ein willkommener Betrag zur rechten Zeit.
»

Unterschlupf im Tempel haben diese Obdachlosen gefunden. Die
Hilfsorganisationen "aus aller Herren Länder" sorgten insgesamt dafür, dass
Zelte, medizinische Notfallversorgung und eine bescheidene
Lebensmittelversorgung organisiert werden konnten. Doch die Zelte sind
keine wirkliche Lösung: in ihnen ist es so heiß, dass sich niemand drin
aufhalten kann. Allenfalls vor Regen schützen sie. "Unterkunft" sind sie
nicht.
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 Siedlungs- und
Hausneubau nicht mehr an gleicher Stelle
« Den Familien,
die auch bislang von deutschen Spendern unterstützt wurden, übergaben wir
Bargeld zum Einkauf der nötigsten Utensilien und versprachen, den
Wiederaufbau ihrer Häuser zu finanzieren. Doch hierbei stießen wir gleich auf
die ersten Schwierigkeiten:
Jegliche
Baumaßnahme innerhalb der 100-m-Zone (Entfernung zum Meer) ist verboten. In
der 200-m-Zone ist eine ausdrückliche Genehmigung der Baubehörde zwingend.
Alle durch uns Geförderten hatten in der 100 m Zone gesiedelt.
Ersatzgrundstücke, weiter im Landesinneren, werden von der Regierung
frühestes in 6 - 12 Monaten in Aussicht gestellt. Unsere Vorstellung vom
sofortigen Baubeginn ist somit in weite Ferne gerückt.
Alle vom Tsunami
betroffenen Familien haben von der Regierung Fragebogen erhalten, die
Grundlage für die Landzuweisung sein sollen.
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Es ist nun ein Leichtes, zumal aus sicherer Entfernung, nun über die
Regierung Sri Lankas zu schimpfen. Doch sie setzt damit nur eine von der
UNO beschlossene Empfehlung um und handelt damit im Sinne der
Weltorganisation. Außerdem, wer will die Verantwortung übernehmen, dass
sich ein solches Unglück, eine Tsunami, nicht wiederholen kann? Und wäre
es dann sinnvoll, nun die vernichtende Wirkung kennend, die Menschen
wieder in dieser Gefährdungszone siedeln zu lassen? Die Situation
gleicht der nach einem Krieg. Auch hierzulande - und woanders - wurden
nach solch schlimmen und irreparablen Zerstörungen die Dörfer und
Städte, die Infrastruktur anders, sicherer aufgebaut. Wir müssen daher
die Entscheidung der Regierung in Colombo nicht nur akzeptieren, sondern
verstehen.
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Wenigstens können wir koordiniert vorgehen
«
Wir fahren weiter nach Galle und besuchen Sr. Bernadette, eine
Lehrerin aus dem Matara Convent. Auf dieser Fahrt sehen wie das Ausmaß der
Verwüstung innerhalb dieser Stadt - 100e von Metern von der Küste entfernt,
alles zerstört!
Abends treffen wir Ingo Sommer, Christine seine
Schwägerin, die mit einem
Sri Lankaner verheiratet ist und Herrn Müller. Herr Müller ist aus Bremen
und vertritt eine Privatinitiative, Herr Sommer ist Mitglied im
Lenkungsausschuss der Stadt Remscheid für die Aktion "Remscheid hilft Sri Lanka", um mit uns
den Einsatz der in Remscheid gesammelten Gelder in Koggala zu planen. Sie
hatten schon Vorgespräche mit den ortsansässigen Regierungsvertretern
geführt und waren von deren Kooperationsangebot sehr angetan. Wir
verabredeten uns spontan auf den nächsten Morgen zu einem Besuch im Büro des
Asst. Government Agent um Fragen der Landzuweisung zu erörtern.
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Als
Provisorium "besser als gar nichts", auf Dauer nicht möglich: campieren
irgendwo zwischen zerstörten Häusern. Die Opfer müssen warten, bis ihnen ein
neuer Wohnort zugewiesen wird. Mit der Konsequenz, ihr Leben völlig neu
arrangieren zu müssen. |
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Wo
immer man Halt macht, sofort ist man von Menschen umringt. Sie wissen oft
nicht, an wen man sich wenden soll und hoffen von jedem fremden Auto, dass
jemand aussteigt und ihnen Hilfe bringt. Die Gerüchteküche brodelt, die
Angst sitzt tief. Da Mittel fehlen, und zwar in jeder Beziehung, ist seitens
der Opfer kaum an planmäßiges Handeln zu denken. Man muss sich
"durchschlagen", auf das Glück und die Gunst der Stunde hoffen.
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Heute ist "Poya",
Vollmond, ein Buddhistischer Feiertag, doch im Büro des AGA herrscht emsiges
Treiben. Mr. Lal Sameresekara empfängt uns auch ohne Anmeldung. Von ihm
erfahren wir, dass der Lionsclub von Norwegen, District 104 G, zugesagt hat,
37 zweigeschossige Apartment Reihenhäuser in der 200 m Zone von Habaraduwa
für die Umsiedler zu finanzieren. 4 der durch uns geförderten Familien
fallen in diese Gruppe. Der AGA überreicht uns eine Kopie der schriftlichen
Zusage aus Norwegen. Die begünstigten Familien wurden noch nicht informiert.
Ob sie bereit sind, eine solche Bauweise für ihre zukünftige Heimstatt zu
akzeptieren ist nach unserer Einschätzung eher fraglich. Wir müssen die
Entwicklung abwarten. Aus zu erwartenden Mitteln der Stadt Remscheid sagen
wir dem AGA zunächst die Finanzierung des Hausbaues für 5 besonders
bedürftige Familien zu. Wobei die Zahl je nach Höhe der eingehenden
Spendengelder sich ohne weiteres nach oben erhöhen lässt. Nach den
vorliegenden Plänen umfassen die Häuser zwei Schlafräume, ein Wohnraum,
Küche und Bad, einschl. Wasser- und Stromversorgung. Der veranschlagte Preis
liegt bei ca. 5.300 Euro.
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Praktisch
die gesamte Südhälfte des Landes ist von der Zerstörung betroffen. Um Galle
und Matara herum sind die Schäden extrem. |
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Die einst
heile Welt, die Trauminsel, wurde aus allen Träumen gerissen. Die Touristen,
so sie überlebten, konnten wieder nach Hause. Für Ceylonesen ist das
Trümmerfeld ihr neues Zuhause.
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Für die Überlebenden wird von entscheidender
Bedeutung sein, wie schnell sich das Land wirtschaftlich erholen kann. Und
das wiederum hängt vor allem auch vom Tourismus ab. Kommt der nicht zurück,
zieht sich das Elend um so länger hin.
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So sieht
das Dorf aus, auf das wir einst so stolz und in dem die Bewohner so
glücklich waren. Trümmer, unrettbar, für immer zerstört. Wenigstens sind
recht bald Zelte gekommen, so dass die Bewohner bei Regen Unterschlupf
finden. Doch tagsüber ist es viel zu heiß, um sich in den Zelten
aufzuhalten. Allenfalls in der Kühle der späten Nacht können sie wirklich
benutzt werden. Wegen der fehlenden Hygiene-Einrichtungen (die
Toilettenanlage ist vollkommen zerstört) besteht natürlich immer latent eine
Bedrohung durch Infektionen. |
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Aller Lebensmut ist gestorben
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Auf der Rückfahrt Richtung Colombo besuchen wir 5 Baustellen der ersten
neuen Ceylon-Direkthilfe e.V. Häuser nahe bei Ambalangoda. Hier hatte der
Tsunami selbst 1 bis 2 km landeinwärts fürchterlich gewütet und alles
zerstört. 14 m hohe Wellen wälzten sich durch die Kokosnusspalmen und
zerstörten alles, was sich als Hindernis ihnen in den Weg stellte. 5000
Menschen waren auf das Gelände des höher gelegenen Tempels geflüchtet,
tausende verloren ihr Leben. Hilfsorganisationen betreiben hier eine
provisorische Krankenstation, eine Essensausgabe und haben eine Vielzahl von
Zelten aufgebaut.
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Einer der buddhistischen Priester begleitete uns zu den Baustellen. Je nach
Anzahl der Familienmitglieder übergeben wir Bargeldbeträge zwischen 20 und
rund 80 Euro als Soforthilfe. Die Hoffnungslosigkeit der augenblicklichen
Situation prägt die Gesichtszüge, selbst die Kinder haben das Lachen
verlernt.

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Spenden
sind nichts Abstraktes. Sie können einen Menschen vor Elend und
sonst unentrinnbarer Not bewahren helfen. Sie wenden das Blatt. |
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Weiter geht es nach Kalutera zu Asoka. Wir wissen von ihr, dass sie eine
Losverkaufsbude am Busbahnhof betreibt. Dort erfahren wir, dass sie wegen
einer akuten Hautkrankheit wahrscheinlich in ihrem zerstörten Haus
anzutreffen ist. Dort campiert sie in den Trümmern, abgeschirmt durch einige
Blechplatten. Das Haus ist völlig zerstört, der Inhalt entweder ins Meer
gespült oder von Plünderern entwendet. Ihr Motorrollstuhl (Asoka hat keine
Beine) lässt sich nicht mehr reparieren, so muss sie sich für ihren
täglichen Weg zur Arbeit eine Tri-shaw mieten. Um diese zusätzlichen Kosten
zu decken und die Finanzierung des 11jährigen Sohnes in einem Heim zu
finanzieren hat sie bei einem Geldverleiher ein Darlehen von 200 Euro
aufgenommen für das sie täglich 3 Euro bezahlen muss
– für eine mittellose Frau ein Vermögen. Wir übergeben ihr
230 Euro in bar, damit sie dieses Darlehen zu Wucherzinsen ablösen kann,
sagen ihr den Kauf eines Motordreirads und die Übernahme der Miete für eine
einfache Unterkunft für 1 Jahr zu. Auch ihr zerstörtes Haus steht in der 100-m-Zone, in der nicht wieder aufgebaut werden darf. Und so müssen wir auch in
diesem Falle abwarten, welches Grundstück ihr zugewiesen wird.
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Hilfe konkret:
Angemessener Geldbetrag zur Ablösung eines Wucherdarlehns, Unterstützung bei
der Wohnraum-Anmietung
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"Ashoka
in ihrem ehemaligen Wohnzimmer", ist dieses Bild sachlich korrekt, um so dramatischer
betitelt. Hier ist es mit Reparatur nicht getan, das Haus muss
abgerissen und neu gebaut werden. Für eine Frau, die sich bislang gerade mal
mit dem nötigsten zum Lebensunterhalt versorgen konnte, ein unlösbares
Problem. Lebenslang, wenn nicht die CDH mit einer Initialhilfe einspringen
würde. |
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Bei aller
Sorge um die Überlebenden, bei aller Zuwendung für die, die Schreckliches
haben mitmachen müssen, doch - mit welchen Schäden auch immer - noch am
leben sind, wir wollen den Toten, die leiden mussten, bevor sie Erlösung
fanden, ein ehrendes Andenken bewahren.

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Tod
durch Ertrinken
Ein
grausamer Tod. Der Todeskampf dauert rund 3 bis maximal 5 Minuten. Maximal 1
Minute kann man die Luft anhalten. Danach setzt eine reflexartige Atmung
ein, die Lunge läuft voll, der Körper krampft. In den meisten Fällen setzt
damit auch das Bewusstsein aus. Dennoch lebt der Körper noch einige Sekunden
bis wenige Minuten. Welche Gefühle im Menschen dabei ablaufen, ist konkret
nicht bekannt. Dass sie alles andere als ein "friedlicher Tod" sind,
lässt sich erahnen.
Wir
wissen, dass das Schicksal der Ertrunkenen auch das eines jeden anderen
Menschen hätte sein können,
der zu dieser Stunde - "wie es der Zufall will" - an einem solchen Ort gewesen wäre. Schon alleine aus diesem Grunde gebietet es der Respekt vor den Toten,
sie nicht zu einer rechnerischen Größe, zu einer Zahl zu reduzieren, sondern in
ihnen die fröhlichen und friedlichen, die sonderbaren und wunderbaren
Menschen zu sehen, die sie jeweils einst waren.
Wir
können sie nicht ins Leben zurückholen. Aber wir können Sie vor dem
Vergessenwerden bewahren.
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