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Auf Arbeitsfahrt in den Süden der Insel

«Nach der Verwüstung des Tsunamis war die gesamte Vegetation vernichtet. Alles war grau in grau, mit Ausnahme der Palmen. Und die Menschen erzählten uns damals, dass es 2-3 Jahre dauern wird, bis sich die Natur und der Pflanzenreichtum erholt haben. Umso mehr erstaunt waren wir, die Landschaft in üppigem Grün anzutreffen.

Die Baumaßnahmen rechts und links der Straße sind in vollem Gange scheinbar ohne Rücksicht auf die 100-m-Bannzone, in der die Siedlung bzw. der Wiederaufbau untersagt ist.

Wir machen Quartier im Koggala Beach Hotel, das sich nur wenige Kilometer von der Südspitze Sri Lankas befindet. Wir haben Bohrmaschinen und Bohrer von Familie Kaiser für einige der von uns betreuten Tsunami-geschädigten Familien im Gepäck. Gleich nach unserer Ankunft besuchen wir vier Familien. Mallika, Padmini, Nandasena und Kusumanawathie. Drei von ihnen haben Grundstücke mit aufstehenden Häusern bekommen. In diesen drei Häusern finden 27 Menschen ihr neues Zuhause.

Ganz im Gegensatz zur Stimmung Anfang des Jahres und unmittelbar nach dem Tsunami fanden wir nur lachende Gesichter und fröhliche Menschen vor. Sie sind alle ausnahmslos glücklich und auch voller Dankbarkeit - selbst wenn kein Möbelstück außer den vier Plastikstühlen, die die Familien von der Regierung bekommen haben im Haus steht. Aber diese tiefe Freude kommt so sehr von Herzen, dass die Augen von innen her leuchten.

Wir sind überwältigt von dem was zwischen uns hin und her fließt, und umarmen uns mit einem Verstehen, das mit Worten nicht auszudrücken ist.»

 

 

 

 

Marita Messmer-Beier und Carl-Heinz Beier waren kurz nach dem Tsunami in Sri Lanka, um die Aufbauarbeiten in Gang zu setzen. Im August 2005 fuhren sie erneut dorthin, weil etliche Projekte längst angelaufen waren und es nun galt, den kontinuierlichen Wieder- und Weiteraufbau zu sichern.

 

 

Baufortschritte - eine Dokumentation    

Was geschah mit den Spendengeldern an die CDH? Ein großer Teil floss in den Bau oder die Renovierung von Wohnhäusern für die obdachlos gewordenen Familien.

           
Fotoimpressionen - von Christian Beier    

Der Fotoredakteur des Solinger Tageblatts verbrachte seinen Urlaub auf Sri Lanka und sah manches Motiv mit professionellem Blick, aber sehr viel Einfühlungsvermögen.

 

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Gehofft hatten wir es, sicher sein durften wir uns nie, dass zwischen dem zerstörerischen Tsunami Weihnachten 2004 und dem Einzug betroffener Familien in neue Häuser nur einige Monate, nicht Jahre liegen würden. Und es wurde geschafft! Was wieder einmal beweist, dass schnelle und gezielte Hilfe, die wir von tausenden Spendern entgegengenommen und weitergeleitet haben, tatsächlich so angekommen ist, wie sie gedacht war. Dennoch, bei aller Freude, bei allem Gefühl des Glücks, das uns bewegt:

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Wir möchten tausend Maßnahmen beginnen und müssen uns doch so sehr beschränken

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Wir besuchen die größte Schule in Matara, deren Wiederaufbau von der CDH mit 35.000,00 Euro gefördert wird. Wir sind beeindruckt von den Fortschritten, die bisher erzielt wurden und besonders von der Vitalität der für den Wiederaufbau verantwortlichen Kumari.

 

 

 

   

 

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Besichtigung im zukünftiges Projektgebiet in Welligama. Dort sollen 36 Häuser entstehen, eingebunden in vorhandene Besiedlung. Diese Familien haben folgendes gemeinsam: Sie waren und sind Fischer, haben durch den Tsunami in der 100 m Zone jegliches Hab und Gut und mehrere Familienmitglieder verloren. Ihnen ist es gelungen aus dem Freundes- bzw. Verwandtenumfeld jeweils ein Baugrundstück zu bekommen.

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Persönliches Erleben wurde zum Motiv

Wir besuchen Familie Meyer aus Remscheid in Polhena, die am 26. Dezember den Tsunami dort am eigenen Leib miterlebt haben. Beide waren damals leicht verletzt. Die Ereignisse haben sich tief in ihr Bewusstsein eingegraben und ihr Leben verändert. Bereits zwei Mal waren sie seit her in Sri Lanka, um den Menschen das zurückzugeben, was sie an Hilfe und Zuwendung damals erfahren haben. Beide sind im Lenkungsausschuss der Stadt Remscheid, zu dem auch Familie Sommer und die CDH gehören. Sie besprechen mit uns eine ganze Liste kleinerer Einzelmaßnahmen, die zur Hälfte aus einer Spende, die speziell über die Familie Meyer zu uns geflossen war, finanziert wird.

 

 

Ausgiebige Gespräche in der Familie des Sprechers dieser Gruppe ließen die Horrorszenarien des 26. Dezember bildhaft vor unseren Augen entstehen. Wenn sie auch zur Zeit nur in einer Holzhütte wohnen, kommt es ihnen als ein Schloss vor. Wir beschließen mit Rücksicht auf das Budget für 2005, noch in diesem Jahr mit fünf Häusern zu beginnen.

 

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10x10-gelb.jpg (652 Byte) Spendenkonto
Konto 0 56 56 55
Deutsche Bank Solingen
BLZ 342 700 24
international:
BIC: DEUTDEDB342
IBAN: DE84 3427 0024 0056 5655 00

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10x10-gelb.jpg (652 Byte) Neben materiellem ein soziales Desaster

Auf der Fahrt zurück in unser Hotel machen wir Halt bei Sumanawathie. Für diese Familie mit ihren sechs Mitgliedern haben wir ein Grundstück erworben, auf dem in den nächsten Monaten das neue Domizil entstehen wird. Indrani, die letzte unter unseren gut bekannten "Schützlingen" entwickelt sich als Sorgenkind. Wegen ihres schwierigen Charakters will ihr niemand eine Bleibe in der Nachbarschaft zugestehen. Ihr Sohn, oft wegen krimineller Delikte im Gefängnis, raubt der eigenen Mutter alles, was er zu Geld umsetzen kann. Weil ihr durch den Tsunami zerstörtes Häuschen auf Eisenbahngelände illegal errichtet war, hat sie keinerlei Anspruch auf irgendeine Form der Entschädigung seitens der Regierung. Sie verbringt die Nächte unter dem Schutzdach einer Autobushaltestelle und verdient sich ihren Lebensunterhalt durch den Verkauf von Erdnüssen und einzelnen Zigaretten. Egal wie die Form unserer Hilfe für sie aussieht, müssen wir sie vor dem Zugriff ihres Sohnes absichern. Wir überlegen mit Bimal, ob wir nicht für sie eine besonders kleine nur auf ihre Person zugeschnittene Unterkunft schaffen, die grundbuchamtlich bei der DHO verbleiben wird.

 

 

 

 

           
     

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10x10-gelb.jpg (652 Byte) Ungeduld ist fehl am Platze: es ist mehr geschehen, als man erwarten durfte

 

Zusammen mit Herrn Sommer aus Remscheid und auf Empfehlung seines in Koggala lebenden Schwagers hatten wir uns im Januar für 5 Familien entschieden, die alle in der Zwischenzeit neue Häuser auf ihren Grundstücken außerhalb der 100-m- Zone bekommen haben. Und da es sich um eine sehr frühe Baumaßnahmen handelte, waren die zuständigen Behörden noch nicht aufeinander eingespielt. Das führte dazu, dass im Falle der Familie Kithsiri ein Anbau an das Haus errichtet werden musste der auf 3 m hohen Säulen mit einer Betondecke abschloss, die über eine Außentreppe zugänglich ist. Diese Plattform ist im Falle eines erneuten Tsunami als Zufluchtstätte für die Familien gedacht.

Vor dem Wohnhaus hat Kithsiri eine Überdachung erstellt. Wir haben ihm bei der Beschaffung der Werkzeuge geholfen, und seine Schreinerei ist somit voll im Einsatz. Die zwei Söhne der Familie arbeiten mit dem Vater.

 

     

 

 

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Hauseinweihung: Wir könnten Freudensprünge machen

Heute gehts zur Schlüsselübergabe für fünf neue Häuser nach Kahawa/Thelwatta, zwischen Hikkaduwa und Ambalangoda. Wir treffen die beiden buddhistischen Priester in ihrem Tempel und sie begleiten uns zu den Familien. Auch hier nur freudige Gesichter! Ich kann nicht in Worte fassen was zwischen den Menschen und uns hin und her fließt. Sie haben eine Art an sich, mit ihrem Gesichtsausdruck, Körper, Hände und Gesten solch eine Würde, Achtung und Wertschätzung zu zeigen, die mich immer ganz schweigsam und dankbar macht.

Stellvertretend für alle fünf war im ersten eine kleine Zeremonie vorbereitet. Wir wurden mit Blütenkränzen empfangen, durften das obligatorische Band vor der Haustüre durchschneiden und im Inneren des Hauses die traditionelle Öllampe entzünden.

 

 

Für uns ein bewegender, emotionaler Moment: Hoffnung und Zukunft werden unmittelbares Erleben

In Sekunden wurde das Leben, das Umfeld sehr vieler Menschen auf Sri Lanka zerstört oder gar vernichtet. Am zweiten Weihnachtstag 2004 ging buchstäblich für diese Menschen die Welt unter. In der Welle, der Flut eines Tsunamis, ausgelöst durch ein Untersee-Erdbeben vor Sumatra. Nur wenige Stunden später erreichten die Wellen ohne jede Vorwarnung die Menschen an den ceylonesischen Stränden "aus heiterem Himmel". Sofort danach erlebten die betroffenen Länder eine bis dato beispielslose Hilfe, die jedoch - niemand konnte es koordinieren - zuweilen intensiv in die Kritik geriet. Wir als erfahrene Organisation haben von der ersten Minute an betont, dass es am sinnvollsten sei, neben den notwendigen Sofortmaßnahmen wieder eine physikalische und ökonomische Lebensgrundlage für die betroffenen Opfer zu schaffen. Darauf haben wir uns konzentriert. Dabei gehofft, es würde auch so schnell gehen, wie wir in unserem begründeten Optimismus angenommen haben. Und es hat tatsächlich geklappt: 8 Monate später, wir nennen es schnell, auch wenn es lang erschien, sind die ersten Häuser fertig und konnten in einer schlichten, bewegenden Zeremonie eingeweiht werden.

     

 

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Wir sind über das Grün in den von der Überschwemmung betroffenen Gebieten sehr überrascht. Gleich nach dem Tsunami ist man davon ausgegangen, dass der Boden erst in 2 - 3 Jahren wieder fruchtbar sein wird. Alles war braun/grau, vollkommen verdorrt und versalzen. Und was hat die Natur daraus gemacht? Es ist alles grün: Gräser, Sträucher, Bäume, Blumen, alles wächst. Bananenstauden, Papayabäume etc. sind schon meterhoch. Und - im ganzen Landstrich in dem sich der Tsunami ausgebreitet hat, wachsen jetzt Pflanzen, die es vorher gar nicht gab, oder deren Art irgendwo ganz anders gewachsen ist. Es ist unglaublich, wie fruchtbar der Boden geworden ist.
 

 

 

           

Der Moment des Unglücks: ein Satellitenfoto hält fest, wie der Strand überflutet wird, das Wasser sich über Land ergießt und die Häuser in den Fluten ertrinken. Und mit ihnen die Menschen. Es ist eine Katastrophe, die erdgeschichtlich gesehen "normal" ist, weil sich solche Ereignisse wiederholen. Die aber deshalb so verheerende Ausmaße angenommen hat, weil die Siedlungsdichte immer größer wird und immer mehr Menschen auch in den potentiell gefährdeten Gebieten leben müssen. Jeder weiß, dass sich das Unglück jederzeit wiederholen kann. Keiner weiß, wie man sich langfristig und grundsätzlich dagegen schützen kann. Der Kreislauf des Lebens, der von Hoffnung und Trauer beginnt erneut ...

 

   

Doch welch schöneren, welch größeren Erfolg könnte man mit der Hilfe haben, wenn Menschen, die von der Katastrophe unmittelbar betroffen sind, wieder optimistisch in die Zukunft schauen, neuen Mut gefasst haben und zuversichtlich sind. Weil sie erfahren haben, dass Sie in der Not nicht allein waren. Und dass Kinder eine Zukunft haben, in die sie hineinwachsen können mit der ganzen Kraft und Optimismus ihrer erwachenden Phantasie.

Das alles haben Sie - Sie als Spender der Ceylon-Direkthilfe - ermöglicht. Viele, viele Menschen sagen Ihnen dafür Danke schön !!!

   
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