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Das Ehepaar Prof. Dr. Martha und Wolfgang Meyer ist als Touristen von der Tsunami-Katastrophe betroffen gewesen. Sie lebten zum Zeitpunkt des Unglücks in einer kleinen Lodge direkt am Strand. Der Wohlfühl-Urlaub wurde zum Drama: Rings umher Tote und schwer Verletzte; Frau Meyer war ebenfalls verletzt. Trotz der Schocksituation, in die die Ceylonesen gestürzt wurden, kümmerte man sich weiterhin um die Hotelgäste; das Ehepaar erlebte Beistand und konnte selbst in zahlreichen Fällen unmittelbar helfen. Sie hatten dann Gelegenheit, nach Colombo zu fahren, von wo aus sie dann mit den angelaufenen Hilfsaktionen ausgeflogen wurden. Noch während der ersten Stunden und Tage nach dem Unglück reifte der Entschluss, bald zurückzukehren und konkret sich am Aufbau und weiterer Hilfe zu beteiligen. Wolfgang Meyer gehört zu denen, die den Arbeitskreis "Remscheid hilft" von Anfang an aktiv begleiten. Im Februar 2005 fuhren sie nach Sri Lanka, um ihr Versprechen der Hilfe in die Tat umzusetzen.

Lesen Sie hier Auszüge aus ihrem Reisetagebuch.

   

 

       
       
           

 


10x10-gelb.jpg (652 Byte) Wiedersehen in Hoffnung

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21.02.05
Ankunft 3:30 Uhr in Colombo, 27º C, bedeckt. Um 4:30 Uhr Ankunft im Galle Face Hotel; wir gehen zunächst für 2 Stunden schlafen. Nach dem Frühstück Spaziergang in die City, schauen im Hilton vorbei, um den Manager zu besuchen. Er ist gerührt, als wir ihm nochmals für die Gastfreundschaft am 28.12. danken. Das Hilton hatte für die Deutsche Botschaft ein Matratzenlager organisiert. Essen, Trinken, Bekleidung ging alles zu Lasten des Hotels. Er lädt uns ein, ihn beim nächsten Mal zu besuchen und wir nehmen an. Unser nächster Anlaufpunkt ist der Zentralbahnhof Colombo Fort, um Mr. Linton zu besuchen. (Er betreibt eine Reise Agentur und organisiert Rundreisen. Wir sind im Feb. 2004 mit seiner Agentur gefahren und es war eine großartige Tour. Unbedingt empfehlenswert). Auch ihm ist die Rührung anzumerken und er kämpft mit den Tränen als wir ihm berichten, weshalb wir zurückgekehrt si

 

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22.02.05
Um 11 Uhr werden wir von Punji abgeholt und fahren nach Matara. In Colombo sind die Strassen voll von Menschen, die ihren Geschäften nachgehen als wäre nichts passiert. Die ersten Schäden sehen wir in den Randbezirken. Dies ist uns schon im Dezember aufgefallen, dass Colombo selbst kaum betroffen ist. Die Fahrt geht weiter Richtung Süden, die Schäden werden größer. Jetzt sind nicht einzelne Häuser, sondern große Flächen, halbe Dörfer sind zerstört. Wir sehen die Ruinen, manchmal nur noch die Bodenplatten. Wir kommen in die Gegend von Bentota: Hier ist der Zug von der Flutwelle aus den Gleisen geworfen und zerstört worden. Wir können die aufgerichteten Wagen sehen. Die Flutwelle soll hier höher als die Strommasten gewesen sein. An Hand der Schäden an den Bäumen können wir abschätzen, dass dies etwa 5-6 Meter gewesen sein müssen.

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Viel geschehen und noch so viel zu tun

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Die Berichte von Herrn Sommer können wir nun gut nachvollziehen. Die Häuser an der Küstenstrasse sind völlig zerstört bis an die Eisenbahnstrecke heran. Es fällt auf, dass man zum ersten Mal die Trasse von der Strasse aus sehen kann. Das gesamte Unterholz ist abgestorben, nur die Kokospalmen überlebten in dem Salzwasser. In Weligama das selbe Bild. Die belgische Armee hat begonnen, die Fischerboote zu reparieren. Auch in den Vororten von Matara sehen wir die Zerstörung. Von der Galle Road (der Hauptstrasse nach Süden) kann man das Meer sehen. Alles welkt, alles stirbt ab. Das Salzwasser hat den Bäumen arg zugesetzt.

 

 

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Wir kommen nach Polhena. Es ist kaum wieder zu erkennen. Vor dem Tsunami standen die Häuser im Schatten unter Bäumen, alles war wie im Regenwald zugewachsen. Jetzt ist alles abgestorben.
Die Mauer um das Gründstück herum steht wieder, wir fahren in Green Garden ein. Von Green Garden keine Spur mehr. Nur wenige Kokospalmen sind noch zu sehen. Aber rundherum wird fleißig gearbeitet. Die Begrüßung ist herzlich, wir freuen uns, wieder hier zu sein. Das Erdgeschoss ist wieder hergerichtet, einige Möbel fehlen noch. Türen und Fenster sind erneuert, es wird schöner als zuvor. Das Erdgeschoss ist nun pfirsichfarben gestrichen; es wird ein neues Green (Peach Garden) geben.
Wir gehen durch Polhena und wollen uns einen Überblick verschaffen. Wir treffen auf der Strasse einen Jungen, der uns seine über den ganzen Körper verteilten, dicken Narben zeigt. Eine Wunde am Rücken ist immer noch nicht vollständig verheilt und durch einen Jodverband abgedeckt. Sie eitert noch. Er zeigt uns die beiden Boote seines Vaters. Sie sind beide leckgeschlagen. Da der Junge mit seinen wenigen Englischvokabeln schnell am Ende ist, ruft er seinen Vater herbei. Der restauriert gerade sein zerstörtes Haus und seinen kleinen Shop. Auch er ist mit dicken Narben übersät. Das Knie ist ebenfalls noch mit einem Jodverband abgedeckt. Er erzählt, er sei Fischer und könne wegen der zerstörten Boote nicht arbeiten. Im Augenblick können wir nichts machen und verabschieden uns von den Beiden; man sieht sich noch öfters im Dorf.
Wir treffen auf Tennysons Neffen; auch er erzählt uns seine Geschichte. Von seinem Haus ist nur die Bodenplatte übriggeblieben. Inzwischen hat er zwei neue Zimmer angebaut, die er an einen Schweden vermietet hat, der an seinem zerstörten Haus in Polhena arbeitet. Die beiden Kinder machen einen fröhlichen Eindruck und spielen ausgelassen. Wir fragen, wie sie das Ereignis verarbeitet haben und erfahren, dass sie in den ersten Wochen sehr verstört gewesen seien. Inzwischen ginge es ihnen besser. Der Strand sieht furchtbar aus. Wir erfahren, dass der Sand abgefahren wurde, um andernorts die Löcher in den Strassen zu verfüllen. Der Abfall und die Ruinen wurden am Strand unter einer dünnen Sandschicht vergraben. Erst auf Protest der Dorfbewohner wurden die Arbeiten eingestellt. Das Wasser läuft jetzt bei Flut höher auf den Strand, da der Sand jetzt fehlt und auch während des Tsunami auch ins Riff gespült wurde.

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Hilfe im Detail

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Wir sind spät dran. Tennyson hat für 21:30 über den Oppositionsführer der Südprovinz einen Termin mit dem Schulleiter des St. Servatius College vereinbart. Dieser hat einen seiner Englischlehrer zum Übersetzen mitgebracht. Unser Empfehlungsschreiben der Frau Oberbürgermeisterin ist Gold wert und die Türen lassen sich leichter öffnen. Sie zeigen uns Bilder über die Schäden an der Schule und stellen uns Unterlagen zur Verfügung, in denen die verlorengegangenen Einrichtungsgegenstände aufgelistet sind. Die baulichen Schäden werden zur Zeit von verschiedenen NGOs beseitigt: Schweizer reparieren die Stromleitungen, die Norweger reparieren die Wasserleitungen und die Lautsprecheranlagen, die Ukrainer spenden Fenster. Aber keiner kann sich an der Wiederbeschaffung der Lehrmaterialien für den Unterricht beteiligen. Das Schulkollegium sieht sich nun vor die Aufgabe gestellt, die fehlenden Unterrichtsmaterialien zu besorgen. Eine Bestellung beim Unterrichtsministerium kann 2-3 Jahre dauern.
Es liegt nun eine Liste mit dem benötigten Equipment vor. Morgen wird sich Martha vor Ort informieren. Für die bald anstehenden Prüfungen wird dringend eine Vervielfältigungsmaschine benötigt. Wir beauftragen die Lehrer, einen Preis mit der Firma auszuhandeln und einen Discount für die vom Tsunami betroffene Schule zu erbitten.
Die St. Servatius Schule hat 2400 männliche Schüler aus dem Matara District. Sie liegt in einer Seitenstraße der Beach Road. Ein Viertel der Schüler sind in irgendeiner Weise vom Tsunami betroffen, sei es, dass die Häuser beschädigt sind, oder Angehörige starben. Denkbar sind hier auch Schülerpatenschaften.

 

 

 

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24.02.05
Wir haben ein Treffen mit dem St. Servatius College vereinbart. Das Kollegium und der Principal erwarten uns mit Tee. Sie haben noch in der Frühe ein Angebot für eine Vervielfältigungsmaschine (Duplex) eingeholt, welches auf der Liste höchste Priorität hatte. Der Betrag beläuft sich auf ca 76.000 Rupien bzw. ca. 580 Euro. Wir beschließen, dieses Gerät sofort zu besorgen. Es ist ein für uns etwas ungewöhnliches Gerät, da wir Fotokopierer benutzen und die Duplexmaschinen mit der Technik aus den 70er Jahren arbeiten. Wir werden aufgeklärt, dass diese Geräte auf Tintenbasis arbeiten und sowohl elektrisch als auch manuelle betrieben werden können. Man ist unabhängig von teuren Wartungskosten und die Geräte scheinen weniger reparaturanfällig zu sein. Wir vertrauen darauf, dass die Lehrer am Besten wissen was sie benötigen, vor allem, da sie schon vorher ein solches Gerät betrieben haben. Wir sehen es als Tsunamiopfer in einem Raum zusammen mit anderen vom Salzwasser zerstörten Geräten stehen, Computer, Bildschirm, Fernseher u.a. Zu diesem Zeitpunkt erscheint mir die Ausgabe für einen Schulcomputer allerdings zu hoch zu sein. Wir wollen zunächst abwarten, was die anderen Schulen benötigen.
Wir fahren, Sanath im Schlepptau, umgehend in die Stadt, um das Gerät zu kaufen. Es ist gut, Sanath dabei zu haben, da er den Chef des Metropolitan Shops kennt, der mit Büromaschinen handelt. Wir können den Preis nochmals senken und bekommen das Gerät inkl. Steuern schließlich für 75.000 Rupien. Es ist schwierig, diese Summe am Geldautomaten zu ziehen, da die "Tagesration" höchstens 20.000 Rupien beträgt. Auch hier weiß Sanath Rat. Sein Schwager arbeitet bei der Commercial Bank und der Manager ist bereit, uns die Summe über unsere Kreditkarte zu geben.
Zurück mit dem Gerät werden wir von strahlenden Augen empfangen. Man erzählt uns, dass in der Vergangenheit zahlreiche Ausländer ihre Hilfe angeboten hätten. Aber wenn sie hörten, worum es sich handelt und was es kosten wird, sind sie nach den ersten Versprechungen nicht wieder aufgetaucht. Wir seien die Ersten, die nicht nur gefragt, sondern ihr Hilfsangebot so-fort in die Tat umgesetzt hätten. Wir sprechen mit dem Vertreter einer Schweizer NGO, Urs Rudolf, der die temporären Schulaufbauten im Matara District koordiniert. Die Schulen sollen in den nächsten Jahren alle ins Hinterland verlegt werden, da sie in der "100-Meter-Zone" liegen. Unabhängig davon, kann die Schule dann die neuen Einrichtungsgegenstände mitnehmen. Er erzählt uns, dass die NGOs in Hunderttausenden Stück-und Millionenbeträgen den-ken. Allein die Schweizer investieren 3 Millionen Schweizer Franken in provisorische Bauten. Belgische NGO haben für 10.000 Schüler die Schuluniformen gestiftet. Mit kleinen Stückzahlen, wie etwa den Kauf einer einzelnen Roniomaschine, können sie sich gar nicht abgeben. Sie sind an einer Zusammenarbeit interessiert, da sich offenbar niemand für die Ausstattung der Schulen zuständig fühlt. Was nutzt den Schülern eine neu aufgebaute Schule, wenn die Unterrichtsmaterialien fehlen.
Der Pricipal hat in der Versammlungshalle eine kleine offizielle Übergabe organisiert, zu der Eltern, Schüler und Lehrer kommen. Sanath hält als ehemaliger Schüler dieser Schule und heutiger Lehrer in Akuressa eine kleine Rede. Er erzählt, wie die heutige Übergabe mit dem Tsunami im Dezember zusammenhängt. Danach spricht Martha in ihrem schönsten Englisch und übergibt das Gerät an die Schule. Sie erklärt, dass wir das Gerät im Auftrag der Bevölkerung von Remscheid übergeben und berichtet von dem Wunsch der Remscheider Schulen Patenschaften übernehmen zu wollen. Der Englischlehrer bittet um gezielte Patenschaften für einige besonders schwer betroffene Schüler, da sie Unterstützung brauchen, um Bücher und Hefte kaufen zu können. Die Schule ist zwar kostenlos, aber alles andere muss selbst gekauft werden. Der Principal spricht nach Martha und bedankt sich herzlich für die Spende. Wir haben das Gefühl, mit dem Kauf der Maschine die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Der Englischlehrer führt uns durch die zerstörten Räume und das noch vorhandene Inventar. Der Biologie-und Chemieraum haben die komplette Ausstattung verloren. Zurückgeblieben sind vom Salzwasser zerfressene Mikroskope und einige in Formalin eingelegte Reptilien, ein unvollständiges Skelett. Tafel, Chemikalien, alles ist weg oder unbrauchbar. Ein Unterricht ist so gar nicht mehr möglich. In einem anderen Raum zeigt man uns die zerstörten Computer, Monitore, Kopiermaschinen, Schreibmaschinen usw. Ein furchtbares Bild. Da in singhala und englisch unterrichtet wird, benötigt man auch zwei Schreibmaschinen mit unterschiedlichen Typen.

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Nicht Geld alleine, sondern das Tun bringt die Wende

   

 

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Geduld, Ausdauer, Einfühlungsvermögen

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25.02.05
Abfahrt mit Tennyson zur Mahamaya School. Die Englischlehrerin ist auch heute noch sehr reserviert, wir sprechen mit ihr die Liste durch und entscheiden uns ebenfalls für eine Roniomaschine und einen Flachbettscanner. Der Scanner wird benötigt, um Bilder und Texte aus Büchern zu kopieren und dann an die Schüler zu verteilen. Da der Computerraum im 1. Stock vollständig erhalten blieb, macht hier der Scanner Sinn. Der vorhandene Scanner hat während des Tsunami im Erdgeschoss, zusammen mit der gesamten Software und CDs, in einem Schrank gestanden und ist weggespült worden. Die Software steht auch auf der Liste, ist aber noch nicht näher klassifiziert. Auch der Biologieunterricht, Chemie und Hauswirtschaft ist nicht möglich. Das gesamte Inventar und die Lehrmittel sind zerstört.
Als wir unsere nächsten Schritte erläutern; Computerladen, Preise einholen, Bank, Geld abheben, Geräte kaufen etc., schlägt die Stimmung um und aus der Reserviertheit wird Euphorie. Die Lehrer können es gar nicht glauben, dass wir Ernst machen und das Gerät heute kaufen, sofern es vorrätig ist. Die Englischlehrerin möchte uns begleiten, sie kann es immer noch nicht glauben. Im Laden kennt man uns inzwischen: Die Roniomaschine ist vorrätig, der Scanner wird von Colombo geordert. Auf ihn bekommen wir nochmals einen Rabatt. Wir zahlen 580 Euro für die Roniomaschine und für den Scanner 62 Euro.
Auch bei der Bank gibt es keine Probleme mehr; man kennt sich. Man weiß, wofür das Geld benötigt wird. Die Englischlehrerin ist völlig euphorisch, sie telefoniert dauernd und erzählt wahrscheinlich ganz Matara, was ihr heute passiert ist. Auch sie erzählt uns von Ausländern, die ihre Zeit in Anspruch nahmen, Hilfe versprachen und dann nie mehr auftauchten. Verständlich, dass man auch uns gegenüber reserviert war. Im Computerladen geht jetzt alles reibungslos, wir sind geübter und die Zusammenarbeit klappt prima. Das Gerät wird verstaut, man fährt uns mit dem firmeneigenen Auto zur Schule zurück. Die Mädchen begrüßen uns freudig mit lautem "Hallo" und Winken. Die Lehrerinnen sind gerührt und bedanken sich für die schnelle Hilfe. Wenn der Scanner am Dienstag geliefert wird, verabreden wir eine kleine offizielle Übergabe. Bis dahin soll von der Schule alles organisiert sein und die Details auf der Wunschliste eingefügt werden. Auch diese Schule wünscht sich eine Patenschaft, auch direkt mit Schülern. Wir wünschen allen ein schönes Wochenende und machen uns erschöpft auf den Heimweg.

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01.03.05
Es war eine furchtbare Nacht. Normalerweise kam am Abend Wind auf und die Nachttemperaturen sanken auf ein erträgliches Maß. Der Wind blieb gestern aus und die Hitze war unerträglich. Man lag auf dem Bett und "ölte" so vor sich hin. Den Deckenventilator schalten wir nachts nicht ein, weil man sich innerhalb kürzester Zeit erkältet. An Schlaf war kaum zu den-ken, erst in den Morgenstunden schliefen wir ein.
Wir haben heute einen Termin in der Mahamaya School. Vorher wollen wir nachfragen, ob der Scanner von Colombo angekommen ist. Kurz vor 11 Uhr sind wir im Metropolitan-Shop und können den Scanner direkt mitnehmen. In der Mahamaya School ist die Freude überschwänglich. Inzwischen sind wir bei den Mädchen bekannt, dass da sudu mama und sudu nanda kommen (weißer Onkel und weiße Tante, um mit Linuka zu sprechen). Alle Mädchen treten an und gemeinsam mit den Lehrerinnen und der Vize-Principalin werden die Geräte übergeben. Zunächst spricht die Vize-Principalin. Sie erzählt, dass von uns in Matara nun die zweite Schule unterstützt wurde und man sich eine langfristige Beziehung gut vorstellen kann und auch wünscht. Wir treffen auf einen Supervisor für Englisch vom District Department. Es stellt sich heraus, dass er ebenfalls in Polhena wohnt.
Nach der Rede der Vice-Principalin spricht Martha und übergibt die Geräte im Namen der Einwohner von Remscheid und der Initiative "Remscheid hilft". Es wird nochmals betont, dass dies keine einmalige Angelegenheit bleiben soll, sondern der Beginn einer langfristigen Beziehung zwischen Schulen in Remscheid und dieser Schule. Chrishanti übersetzt die Rede nochmals ins Singhalesische. Ein Mädchen bedankt sich im Namen aller Mädchen für die Spende und sie packt ihr bestes englisch aus. Wir sind sehr gerührt und es gibt einen großen Applaus für sie. Einige Mädchen sprechen uns an, weil sie gerne einen Briefwechsel mit deutschen Schülerinnen beginnen möchten. Dies lässt sich sicher bewerkstelligen.
Das Mädchen, das die Dankesrede sprechen durfte, fragt uns, wie uns ihre Rede gefallen habe. Martha bedankt sich für die ausgefeilte Ansprache und dass sie das sehr schön gemacht habe. Das Mädchen ist glücklich über so viel Lob.
Danach werden wir zu einem kleinen Imbiss geladen. Die Schule hat immer noch keine Elektrizität und Töpfe. Deshalb können sie immer noch kein Wasser kochen und uns keinen Tee anbieten. Jemand hat drei Flaschen orangefarbene Fanta, Kuchen und Bananen gekauft. Mehr ist nicht drin aber wir mümmeln dankbar den Kuchen, zusammen mit Bananen. Eine ziemlich schwere Zwischenmahlzeit. Wahrscheinlich haben auch noch alle Lehrerinnen dafür das Geld zusammengelegt. Die NGOs sind heute dabei, die Elektrokabel zu reparieren und überall wir gehämmert, um neue Leitungen zu ziehen und Steckdosen und Schalter zu installieren. Alles ist von einer dicken Staubschicht bedeckt.
Chrishanti führt uns im 1. Stock "ihren" Computerraum vor: ihr ganzer Stolz. Welch ein Glück, dass er im 1. Stock neben der Bibliothek liegt. Unglücklicherweise ist aber die gesamte Software verloren gegangen und durch das Salzwasser unbrauchbar. Der Scanner ist zwar nun ersetzt, aber Chrishanti lässt nicht locker. Wir haben den Eindruck, dass sie befürchtet, diese Gelegenheit komme so schnell nicht wieder. Sie bittet um weitere 50.000 Rupien, um die Software ersetzen zu können. Wir haben das Gefühl die Hand gereicht zu haben und nun wird am Arm gezerrt. Wahrscheinlich tun wir ihr aber Unrecht und sie will einfach nur wieder ihre Schüler unterrichten können. Der Computerraum ist sehr gut ausgestattet und macht ohne Software wirklich keinen Sinn. Wir schießen also weitere 50.000 Rupien in diese Schule für die Beschaffung der Software.

10x10-gelb.jpg (652 Byte) Schritt für Schritt

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02.03.05
Sanath holt uns um 9 Uhr ab und es geht zur Ahangama Junior School. Von der Küstenstrasse aus kann man während der gesamten Fahrt das Meer sehen. Das war vorher nicht möglich. Es breitete sich ein grüner Wald aus Büschen und Bäumen aus, mit verstreut dazwischen liegenden Häusern. Das Salzwasser hat bis auf die Kokospalmen die gesamte Vegetation zerstört und absterben lassen. Es sieht aus wie nach einem Krieg, wenn man denn so einen Vergleich ziehen darf.
Nur noch Mauerreste deuten darauf hin, dass hier einst eine Schule für fast 800 Schüler im Alter zwischen 6 bis 10 Jahren stand. Die Schüler sind evakuiert worden und sind nun in einem Tempelbezirk untergebracht. Der Unterricht findet unter freiem Himmel statt bzw. unter Zeltplanen von UNICEF und von Herrn Sommer, der diese Schule vor uns besucht hat. Der Internationale Rotary Club hat provisorische, nach allen Seiten offene Holzhütten mit Wellblechdach errichtet. Die Sonntagsschule des Tempels wird ebenfalls als Schule benutzt. Wir werden von den Lehrern nach Land und Schulgebäuden angesprochen und wir machen ihnen deutlich, dass wir nicht mit dieser Aufgabe gekommen sind. Wir erklären unsere Zielsetzung und die Lehrerinnen bringen uns eine Liste mit denjenigen Lehr-und Unterrichtsmitteln, die sie noch haben, aber keine Liste darüber, was ihnen verloren ging. Ihre Wünsche sind im Verhältnis zu den Colleges eher bescheiden. Schließlich fragen sie uns nach einer mechanischen Schreibmaschine mit singhalesischen Lettern, da sie Brief schreiben müssen und die alte Maschine verloren ging. Wir versprechen uns darum zu kümmern und dann wieder zu kommen.

 

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10x10-gelb.jpg (652 Byte) Ayubowan

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