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20. Januar 2006
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Fahrt nach Süden zu den Tsunami- Wiederaufbaumaßnahmen der CDH. Für die im
Rahmen der Familienförderung unterstützten Familien haben wir Geldbeträge
zwischen RS 6000 - und 24000 zur Auszahlung vorbereitet. Das Geld soll der
Anschaffung von Möbeln oder anderen Haushaltsgegenstände dienen. Wir treffen
6 Familien, zum Teil in ihren neuen Häusern. Diese Gruppe hat nicht nur
Häuser bekommen sondern auch das Grundstück.
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21. Januar |
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Wir fahren nach Polhena zu den Projekten von Familie Meyer aus Remscheid.
Diese Maßnahmen werden aus Mitteln der Familie Meyer und der Aktion
"Remscheid hilft" gefördert und über die CDH abgerechnet. Auch hier ist
Bimal Perera von der DHO unser zuverlässiger Mann vor Ort. Mit Ausnahme
eines Falles läuft die Abwicklung problemlos. Doch bei diesem einen Fall
mussten wir einschreiten und den Begünstigten vor die Alternative stellen,
entweder nimmt er das, was die Spender vorgesehen haben oder er lässt es
ganz. Diese Alternative bewegte er zum Einlenken. Ein Teil seiner
Sonderwünsche wird der Bauunternehmer erfüllen, und wenn das Geld nicht
ausreicht wird der Geförderte die Mittel von seiner Seite beisteuern.
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Auf der Rückfahrt machen wir Halt in Welligama und besuchen die
Fischerfamilien von denen 17 ein Haus mit unserer Förderung erhalten werden.
Zum Teil war das Material für die Fundamente schon angeliefert, und zu der
astrologisch errechneten Zeit am 26. Januar wird die aktive Bauphase
beginnen.
In Koggala selbst versuchen wir Indrani zu treffen, für die bislang noch
keine befriedigende Lösung gefunden werden konnte. Sie hat einen kriminellen
Sohn, der mit allen Mitteln versucht zu verhindern, dass seine Mutter für
sich und die Familie seiner Schwester ein Haus bekommt. Wir haben geplant,
das zu erwerbende Grundstück mit aufstehendem Haus im Namen der DHO zu
kaufen, um es eventuell nach einer gewissen Zeit, wenn emotionale Ruhe
eingekehrt ist, auf Indrani zu überschreiben.
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22. Januar |
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Nachdem Indrani mit dem Verkäufer des Anwesens den niedrigst möglichen Preis
ausgehandelt hat, gelingt es Bimal, diesen noch einmal um RS 100.000 zu
senken, auf RS 1,1 Mio. Das Grundstück hat eine günstige Größe und ist so
geschnitten, dass die DHO es teilen kann, um einen zweiten Bauplatz zu
gewinnen.
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Gegen 11.00 h treten wir unsere Rückreise nach Sunflower ein, und machen
Halt in Kalutara bei Asoka. (Doppeloberschenkelamputierte Losverkäuferin)
Sie ist unser großer Problemfall. Sie gibt uns als erstes zu verstehen, dass
sie wieder RS 100.000 Schulden hat, die sie nicht abzutragen weiß. Wir hören
uns ihre Sorgen an und werden versuchen, ihr Vorschläge zur Lösung zu
machen.
Um 17.00 h sind wir zurück in Sunflower Village, und machen mit Bimal einen
Rundgang, auf der Suche nach einem Büroraum für ihn, denn wir haben vor, ihn
zum Vorsitzenden für Sunflower Village wählen zu lassen. In dieser Funktion
will er 3 Tage in der Woche in SV verbringen, um sich aktiv in das Geschehen
einzubringen.
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Der Schmuck bezeugt, wie stolz
und froh die Familien sind, endlich wieder ein Zuhause zu haben. Überall auf
unserer Reise machen wir die erstaunliche Entdeckung, dass die neu erbauten
Häuser viel liebevoller gepflegter sind als vor dem Tsunami. Wir meinen
vermuten zu dürfen, dass den Menschen bewusst geworden ist, dass ein Haus
mehr ist als etwas ganz Normales ... |
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1. Februar |
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Übergabe von 6 Häusern in Kahawa/Telwatte, südlich von Ambalangoda.
Auf Wunsch des Priesters hatten die Bewohner dieser Häuser einen kleinen
Festakt vorbereitet. Dem Priester lag viel daran, zum Ausdruck zu bringen,
wie gut die Zusammenarbeit mit der DHO und Bimal Perera ist und wie sehr sie
die Qualität der Häuser schätzen.
Die Bewohner empfingen uns mit Trommeln und dem traditionellen Überhängen
von Blütenkränzen. Eine kleine Delegation führte uns zu einem liebevoll
hergerichteten Festplatz, geschmückt mit Fahnen und Luftballons. Vier in
weiß gekleidete Mädchen singen ihre traditionellen Lieder und übergeben uns
"Beetle leaves". Der Priester und auch der Dorfälteste lobten in ihren Reden
die Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit der CDH. Wir auf unserer Seite
bedanken uns für den freundlichen und liebevollen Empfang. Marita sagt ein
paar Worte und wünscht den Bewohnern der Häuser Glück, Gottes Segen und
Wohlbefinden für die Zukunft. Auch hier sind wir wieder einmal überwältigt
von der "Art" der Menschen, sich zu bedanken. Ihre Augen, Gesten, Ihr
Strahlen drücken bei weitem mehr aus als viele Worte sagen könnten.
Nacheinender durchschneiden wir an allen Häuser das vor die Haustüre
gespannte Band und öffnen mit dem Hausschlüssel die Türe. In jedem Haus
zünden wir zunächst die Öllampe an und laben uns an den traditionelle
Köstlichkeiten, die auf einem Tisch als symbolischer Dank an uns angerichtet
sind.
Mit der Übergabe dieser 6 Häuser hat sich die Gesamtzahl auf 30 gerundet.
Rückfahrt mit Bimal ins Sunflower Village.

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Zeremonien wie diese gehören
zum ceylonesischen Alltag und zur Lebenskultur. Sie zu ignorieren oder
nicht daran teilzunehmen käme einer nicht wieder gut zu machenden
Beleidigung, einer Herabwürdigung schlimmster Art gleich. Manchmal, vor
allem früher, machte es uns in unserer europäischen Art direkt verlegen,
dermaßen "wichtig" sein zu sollen. Doch wir haben begriffen, dass es die Art
ist, wie diese Menschen Ihren Dank erweisen. Den zurückzuweisen käme uns nie
in den Sinn. Ganz im Gegenteil, wir können unsere bewegten Emotionen in
solchen Fällen kaum überspielen - und wollen es auch nicht.
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