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Brutal
überfallen. Und dennoch nicht resigniert. Ein Mann macht anderen Mut:
Ende 1977 wurden auf
dem Heimweg von der Universitätsbücherei in Jaffna 6 Studenten brutal von einer
Gruppe 30 junger Männer auf Fahrrädern, bewaffnet mit Ketten, Messern und Pistolen,
überfallen. Einer der Studenten, Mr. R. S. Marasinghe, wurde mit Fahrradketten ins
Gesicht geschlagen, bevor er mit einem Messer in den Rücken gestochen wurde.
Von da an war er gelähmt
und saß im Rollstuhl. Als er nach 1 1/2
Jahren aus dem Krankenhaus entlassen wurde, fand er sich schweren Diskriminierungen
ausgesetzt: Ausgehend von der Universität, über potentielle Arbeitgeber, bis hin zur
allgemeinen Bevölkerung. Auch wollte man ihm einen Transfer auf die Uni in Colombo nicht
gewähren. Er setzt sich aber durch, erhielt jedoch nach dem Examen die früher
versprochene Arbeitsstelle trotzdem nicht.
Mr. Marasinghe hatte
danach verschiedene Arbeitsstellen und versuchte während der ganzen Zeit, eine
Wiedergutmachung von der Regierung zu erhalten. Auch beobachtete er in all den Jahren
andere behinderte Menschen in seinem Umfeld, die - genau wie er - Diskriminierungen
erleiden mußten.
Der Durchbruch kam,
als er eine kleine Abfindung von der Regierung erhielt und endlich eine seiner Visionen
realisieren konnte.
Er nahm das Geld und gründete mit anderen 14 Behinderten die "Foundation for the
Independence of the Disabled" (Stiftung für die Unabhängigkeit von Behinderten).
In den ersten zwei Jahren fanden die Aktivitäten
nur im Distrikt von Bandarawela statt. Aber bereits nach vier Jahren erstreckte sich die
Mitgliedschaft über weite Teile des Landes, worauf das bestehende Komitee sich
entschloß, den Namen der Stiftung zu "The Central Council Of Disabled Persons"
- (CCODP) - ( Zentrales Komitee Für Behinderte Personen) zu ändern.
Während das CCODP in den folgenden Jahren immer
größer wurde, förderte die Ceylon-Direkthilfe, zusammen mit weiteren
Hilfsorganisationen und Botschaften den Bau von Werkstätten, sowie auch deren
Ausstattung. Eine neue Produktionslinie und die dafür notwendige Ausbildung von jungen
Menschen konnte begonnen werden. Es folgte der Bau einer Unterkunft für die Ausbilder,
die Auszubildenden und für Volontäre.
Das "Enterprise Development Programme - EDP"
(der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb) wurde 1992 gegründet, damit einkommenschaffende
Produkte wie Möbel, Rollstühle, handwerkliche Holzarbeiten abgesetzt werden konnten, um
langfristig das CCODP und die Behinderten finanziell unabhängig zu machen. Innerhalb
dieses Programmes werden behinderte Jugendliche ausgebildet, die nach abgeschlossener
Berufsausbildung ein Darlehen vom CCODP erhalten, um selbständig zu werden.
Die Projektfinanzierungen erlaubten auch die
Anschaffung von weiteren Maschinen, Gebäuden, die Entwicklung und die Produktion eines
"two-in-one-wheelchair" (ein Kombinationsrollstuhl). Der wirtschaftliche
Geschäftsbetrieb der oft durch Stromausfall Rückfälle erleben mußte, hat nun von der
Ceylon-Direkthilfe einen Generator erhalten, um dieses Problem zu beheben.
1999 entstand im CCODP ein
Computer-Training-Centre, in dem behinderte und benachteiligte Jugendliche und Erwachsene
ausgebildet werden, damit sie eine bessere Möglichkeit haben, eine Arbeitsstelle zu
finden. Viele der Auszubildenden leben in der dafür gebauten Unterkunft.
Das CCODP ist eine Organisation, welche stark vom
Glauben geprägt ist, daß eine Behinderung "nur" auf einen befristeten Zeitraum
beschränkt ist, und die/der Behinderte ein relativ normales Leben leben kann. Auch kann
die/der Behinderte mit viel Entschlossenheit und harter Arbeit an sich selbst einen
wichtigen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Das hat Mr. Marasinghe während der letzten 23
Jahre, seit dem schicksalhaften Abend in Jaffna, in seinem wie im Leben vieler anderer
verkörpert.

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Die Geschichte
von
Mr. R. S. Marasinghe
Gründer und Leiter des CCODP
in Bandarawela, Sri Lanka

"Dieser Mann hat durch sein
vorbildhaftes Verhalten vielen Schicksalsgefährten Lebensmut gegeben." |