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Hör- und Sehhilfen für Schulkinder

Nachdem die Regierung von Sri Lanka in den letzten Jahren vermehrt spezielle Klassen für hör- und sehbehinderte Kinder in den Regelschulen eingeführt hat, machte es sich die CDH zur Aufgabe, diese Kinder zu integrieren. Hierfür wurde ein spezielles Projekt eingesetzt, kofinanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. 

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"Ein Projekt der Ceylon-Direkthilfe wurde von der Regierung aufgegriffen: sie richtete im ganzen Land Sonderklassen ein."

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Reports & Projekte

30x30-ring.jpg (450 Byte)Sunflower Village
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Ralf Deistler aus München (links) mit einem Erfahrungsbericht über seinen Einsatz als "Helfer vor Ort"

       


Fast 20.000 Brillen gesammelt von nur einer Frau ...
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 10x10-gelb.jpg (652 Byte) Wie die Hilfe organisiert ist

Im Rahmen des vierjährigen Projektes werden betroffene Kinder in den Schulen auf ihre Hör- und Sehfähigkeit überprüft. Und 1.400 von ihnen mit Hörgeräten und 8.000 mit passenden Brillen versorgt. 

Die Projektbasis ist die audiologische und optische Abteilung von Sunflower Village. Von dort aus wird zuerst der Bedarf und die Ausstattung der einzelnen Schulen analysiert, welche dann der Reihe nach besucht werden. Bei diesen Besuchen werden bei den in Frage kommenden Kindern Hör- und Sehtests durchgeführt und im Bedarfsfall vorbereitende Maßnahmen zur Anpassung einer Hör- oder Sehhilfe getroffen.

In Sunflower Village werden dann die Brillen und Hörgeräte vorbereitet. Im Fall der Brillen werden neue Gläser eingeschliffen und in neue oder gebrauchte Rahmen eingesetzt. Bei Hörgeräten werden die Ohrstücke nach den Ohrabformungen im eigenen Labor gefertigt und neue Siemens Taschenhörgeräte auf das jeweilige Hördefizit eingestellt. Während eines weiteren Besuchs der Schule erfolgt dann die Feinanpassung der Hilfen und eine Einweisung der Eltern und Lehrer in deren Umgang.

Für die weitere Zukunft sind regelmäßige Kontrollen und Nachbetreuungen der versorgten Kinder geplant. Außerdem sollen die Lehrer weiter im Umgang und in der Unterrichtsbetreuung der hör- und sehbehinderten Kindern geschult werden. Durch dieses Projekt wird den Kindern ein Weg geöffnet, trotz ihrer Behinderung ein normales Leben und eine angemessene Ausbildung zu genießen.

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Hören können ist der Einstieg in die Teilnahme am normalen Leben. Dann folgt ein ebenso wichtiger Teil: Hören lernen, Worte unterscheiden, nachsprechen, Geräusche deuten, Richtungen erkennen können. Das sind für Hörende unterbewusst ablaufende Vorgänge, die auch bei Kindern, die relativ früh ein Hörgerät bekommen, intensiv trainiert werden müssen. Je älter Menschen sind, bevor sie dank Technik hörend werden, desto schwieriger ist der Lernprozess - denn das Gehirn ist längst anders "programmiert" und muss sich auf die neuen Möglichkeiten einstellen. Das geht nicht von heute auf morgen.

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Die strahlenden Augen sagen alles: wer hört, ist mitten im Leben dabei.

 

Zur Vorbereitung des jetzt laufenden Projekte erklärte ich mich bereit, im Interesse der Ceylon-Direkt-Hilfe (CDH) ehrenamtlich für 5 Wochen in Sunflower Village (SFV) in meiner Tätigkeit als Hörgeräteakustiker nach dem Rechten zu schauen.

Mich beschäftigte  während des Hinfluges immer wieder die Frage, was mich in den nächsten Wochen in Sri Lanka erwarten würde. Und so fieberte ich meiner Ankunft am Flughafen von Colombo voller Erwartung und Spannung entgegen.

.. aber es funktioniert !

Die Fahrt mit dem Van, dem landesüblichen Fortbewegungsmittel, quer durch Colombo nach Sunflower Village war wie ein Film. Die fast zweistündige Fahrt bescherte mir die ersten Eindrücke von einer für mich neuen Welt. Es war schließlich mein erster hautnaher Kontakt mit der asiatischen Kultur. Für mich als ordnungs- und sauberkeitsverwöhnten Mitteleuropäer präsentierte sich das krasse Gegenteil. Bis zur Ankunft im Sunflower Village. Mein erster Gedanke dort: ein paradiesisches Idyll in einer scheinbar chaotischen Welt. Ein Gedanke, der sich in den nächsten Wochen immer wieder in allen Belangen bestätigen würde.

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Viele Personen arbeiten zusammen

Die ersten Tage verbrachte ich mit dem Kennenlernen von allen am Projekt beteiligten Personen: Mihira Wickramarachchi, Tamarah, Dinesha und Kumari. Mihira Wickramarachchi ist Betreiber von mehreren Geschäften mit Optik und Hörgeräteakustik. Er ist Vorsitzender und Förderer von Sunflower Village und Leiter der Audiologischen und Optischen Abteilung. Er ist zuständig für die Betreuung des Projekts und für die Ausbildung der Mitarbeiter. Außerdem werden die Brillen teilweise in seinem Labor vorbereitet und gebrauchte Hörgeräte überarbeitet und repariert.

Thamara ist gelernter Elektroniker und seine Aufgabe besteht in der Koordination der Aktivitäten und in der Vorbereitung und Anpassung von Hörgeräten. Dinesha, eine ausgebildete Optikerin, unterstützt ihn dabei und ist für die Vorbereitung und Anpassung von Brillen verantwortlich. Kumari, eine behinderte, junge Frau aus Sunflower Village, fertigt die Ohrstücke für die Hörgeräte im gut ausgestatteten Labor von Sunflower Village. Sie soll weiter in den Bereichen der Optik und Hörgeräteakustik ausgebildet werden. Eine Chance für ihre Zukunft.

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Hoher Wissensstand, gute Arbeit

Ich war höchst überrascht über den Wissensstand aller Beteiligten in der Audiologie. Vorbereitet auf das Vermitteln von Grundkenntnissen der Hörgeräteversorgung, galt es vielmehr tiefgreifende Detailfragen zu klären. Auch die Qualität der Fertigung von Ohrstücken im eigenen Labor entsprach den westlichen Ansprüchen und war nur in Details zu verbessern. Beste Voraussetzungen für das Gelingen des Projekts.

Es ist jedoch nicht genug damit getan, Brillen und Hörgeräte anzupassen und den Kindern damit eine Chance für eine normale Zukunft zu geben. Wichtig ist auch die Nachsorge. Hierbei soll auf Veränderungen der Hör- und Sehfähigkeiten der Kinder reagiert und die Hilfe auf weitere Tauglichkeit überprüft werden. Reparaturen und Wartung müssen durchgeführt und Hörgeräte bzw. Brillen dem momentanen Wachstumsstand der Kinder angeglichen werden. Und schließlich ist der Gesamtbedarf an Hörgeräten und Brillen im ganzen Land deutlich höher, als ihn das momentan laufende Projekt abdecken könnte. Reizvolle, aber auch arbeits- und kostenintensive Aufgaben für die Zukunft, für die jedoch die Regierung Sri Lankas ihre volle Unterstützung zugesagt hat. 

 

Persönliche Erfahrung: Sunflower Village hilft konkret

Für mich war mein fünfwöchiger Aufenthalt in Sunflower Village eine Herausforderung und eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte. Ich hatte die Gelegenheit, nicht nur eine für mich neue Kultur, sondern auch Land und Leute auf die angenehmste Art und Weise kennen zu lernen. Durch meine Arbeit, meine Erlebnisse innerhalb und außerhalb von Sunflower Village, die Gespräche mit den Mitarbeitern und Bewohnern und den Umgang mit den behinderten Kindern erfuhr ich sehr viel über das Leben und die Probleme in Sri Lanka. Dabei wurde mir eines klar: Sunflower Village stellt für viele ein Sprungbrett in eine positive Zukunft dar.

Zum Abschluss steht fest: Dies war mit Sicherheit nicht mein letzter Aufenthalt in Sri Lanka.

Ralf Deistler, Hörgeräteakustiker, München

 

     

Endlich wieder hören können !

Mit Hilfe der heute üblichen Gehörgerätetechnik, über die man in Europa wie selbstverständlich verfügt, können tausende von Kindern in Sri Lanka hörend gemacht werden. Sie werden vor dem Schicksal bewahrt, durch ihre Schwerhörigkeit mit ihren schulischen Leistungen zurückzufallen und den Anschluss zu verpassen. So, mit diesem Hörgerät, verhindert man, dass Menschen ein Leben lang als "arm" oder gar mißverstanden und als "dumm" erachtet leiden müssen.

 
           

Immer wieder fahren die Fachleute von Sunflower Village hinaus in die Dörfer und deren Schulen, um vor allem Kinder und Jugendliche zu untersuchen. Eine nicht erkannte Scherhörigkeit kann fatale Folgen haben. Die Kinder werden schnell als "dumm" oder "zurückgeblieben" eingestuft, weil sie im wahrsten Sinne des Wortes den Unterricht "nicht verstehen". Je frührer der Schaden erannt wird, desto sicherer kann er behoben werden.

   
           

Ausgebildete Fachleute nehmen die Untersuchung vor - so gewissenhaft und gründlich, wie wir es auch hierzulande kennen. Auch das Anpassen der Ohrstücke geschieht mit großer Sorgfalt und wird im Laufe der Jahre entsprechend dem Wachstum wiederholt.

     

 

Es gibt Kinder, für die ist Hören seit ihrer Geburt etwas nicht gekanntes. Sie haben teils eine enorme Anstrengung vor sich, sprechen zu lernen. Denn was in den ersten Lebensjahren wie von selbst geht, muss später mühsam trainiert werden. Doch der Lohn der Mühe ist es wert, die Kinder können am Leben teilnehmen und vor allem später auch in Familie und Beruf wesentlich besser zurechtkommen.

     
           

Die Freude und Erwartung in den Camps ist schier unbeschreiblich. Weil es für viele Kinder und deren Eltern ein Tag ist, an dem sozusagen fast schon ein Wunder geschieht, kleiden sich alle in ihre schönsten Gewänder.

     
     

Die Spenden, die wir als CDH erhielten, ermöglichten schon vielen hundert Kindern, wieder zu hören, vielen tausend Menschen, besser zu sehen. Wir sagen Dank allen, die durch einmalige oder permanente Beträge dazu beigetragen haben. Es gelingt nur in Ansätzen, das Glück dieser Kinder durch Bild und Wort darzustellen.

 

 
         

Unser Team der Optikerinnen und Hörgeräte-Akustiker

           
           
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